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  • Isabel

    25. Februar 2015

    So stark kann schwach sein

    Eine Krise kann jeder Idiot haben, was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.

    Anton Tschechow

     

    Ich weiß nicht, ob es eine Krise war oder ob mir der Alltag zu schaffen machte: Vielleicht beides, vielleicht nichts davon. Letztlich ist das nicht mal wichtig. Ich hatte in den letzten Wochen einfach das Gefühl, nicht gut genug zu sein, nicht diszipliniert genug zu sein, nicht hart genug zu arbeiten.

    Was war passiert? Mein Triathlon-Training kam ins Stocken: Erst eine Woche Erkältung, als ich wieder auf den Beinen war, purzelte ich die Treppe runter: Bänderdehnung, Prellungen, mehrere Tage an Krücken. Mein Silvesterlauf über 10 Kilometer, auf den ich mich wochenlang gefreut hatte: gestrichen.

     

    Pechmaire

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    Und dann kam tatsächlich der Alltag. Lange, lange Bürositzungen, Freunde, die mich dringend brauchten, mich fiel eine Müdigkeit an, die mich einen der seltenen freien Wochenende fast komplett im Bett/auf dem Sofa verbringen ließ. Dabei hatte ich Pläne gemacht: Da mache ich ausgiebig Yoga, da kaufe ich groß ein, da koche ich für die Woche vor, da miste ich diesen und jenen Schrank für meinen Umzug im März aus, da gehe ich laufen, da rufe ich mal endlich wieder xyz an, da schreibe ich diesen Brief endlich, da bügele ich, da gehe ich noch ins Kino.

    Ja. Das war der Plan. Die Realität sah anders aus. Bleierne Müdigkeit. Ein bisschen Yoga. Kein Einkauf, Resteessen. Laufen? Nee, es stürmt und regnet und ich hab schon wieder ne Schniefnase.

    Dazu der Marathoni, der nur sagte: „Also, dass Du Dich als Einsteiger gleich an die olympische Distanz wagen willst, Respekt. Ist ja nicht mehr so lange hin.“

    Mich beschlich das Gefühl, dass ich das alles nicht so easy auf die Reihe kriege, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Selbstständigkeit, die Umzugsplanungen, das Training.

    Und warum bitte hat es ich zwei Wochen gekostet, um nicht nur eine Entscheidung zu treffen, sondern mich auch richtig gut dabei zu fühlen? Weil ich eine schlichte Plan-Änderung als Scheitern empfand. Und gescheitert wird nicht. Punkt.

    Ich werde auf die kürzere Sprintdistanz wechseln. Die kriege ich hin, da besteht kein Zweifel. Nein, das ist nicht das absolute Austesten meiner Grenzen – aber wirklich: Das habe ich in den letzten zehn Jahren ausführlichst gehabt. Es gibt diesen schönen Satz, dass Wunder außerhalb der Komfortzone passieren. Aber was ist, wenn man seine Komfortzone gar nicht mehr kennt? Diese Gefahr droht allen, die hohe Ansprüche an sich haben.

    Mein Kopf hatte also entschieden, mein Herz klagte ein bisschen, aber vor allem meckerte meine innere Oberlehrerin: „Na toll, seit wann geben wir Ziele so schnell auf?“ Als ich diesen Satz bewusst hörte, von mir selber an mich selber, hatte ich eine Antwort für diese innere Stimme: „Du hast mir mein Leben lang super geholfen, wirst es auch weiter tun. Aber jetzt halt einfach mal die Klappe.“

    Und dieser Schritt war eine Erleichterung. Es war eine Erleichterung, dass auch viele Yogis und Supersportler, deren Wahnsinns-Bilder ich jeden Tag auf Facebook und Instagram sehe, harte Tage, manchmal Wochen haben. Schlapp sind, unmotiviert sind. Einfach müde.

    Das war eine große Erleichterung. Ich habe diese Offenheit als großes Geschenk empfunden. Diese Ehrlichkeit kann man sich ja heutzutage kaum noch leisten, ohne schon halb als Schlaffi zu gelten, oder?

    Dabei wäre doch noch nicht mal am Scheitern etwas wirklich Schlimmes dran. Ich meine, ich schade damit ja niemandem, ich bin nicht krank oder irgendetwas wirklich Ernstes. Es war eine Erkenntnis darüber, wie sehr wir uns selber unter Druck setzen.

    Dabei habe ich – im Rückblick betrachtet – in Phasen des Scheiterns oder des Fast-Scheiterns am meisten gelernt. Das hat mich immer dazu bewegt, etwas anzuschauen, etwas zu ändern, an mir zu arbeiten. Und wenn das hieß, mich selbst einfach mal in Ruhe zu lassen.

    Natürlich hat Yoga geholfen, einen neuen Weg und Zugang zu meinem Training zu finden: sthiram sukham asanam heißt es in Patanjalis Yogasutras, einem der Haupttexte der Yogaphilosophie. Die Haltung sollte stabil und leicht zugleich sein. Das ist jedes Mal auf der Matte eine Herausforderung, abseits der Matte umso mehr. Aber so fand ich wieder zu meinem Training zurück – mit Freude, nicht aus Pflichtgefühl.

     

    Spass_am_Training

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    Ich ging laufen ohne App, sondern einfach, um draußen zu sein, die Bewegung zu genießen, zu schwitzen. Wie lange, wie weit, wie schnell? Erstmal egal. Ich ging schwimmen, auch wenn ich merkte, der Tag war so lang, ich schaff`s an sich nicht wirklich gut. Ja, ich schaffe das verbissene „Ich muss mehr als 1000 Meter schwimmen“ nicht. Aber ich schaffe genussvolle 600 Meter. Ich war schwimmen – und hab nicht aus Furcht, einem hartgekochten Leistungsanspruch, den ich nicht erfüllen konnte, nicht zu genügen, letztlich gar nichts gemacht. Oder mich erschöpft.

    Jetzt freue ich mich wieder auf mein Ziel: Diese Atmosphäre mal zu schnuppern mit all diesen irren Triathleten. Und das danach weiterzumachen, mir Zeit zu geben, mich aufzubauen.

    Jetzt freue ich mich wieder auf mein Training, genieße es – und schaue ab und an folgenden Clip an, der einfach entzückend und toll und motivierend ist:

    http://www.thisgirlcan.co.uk

    Schaut das Video, lächelt – und schwitzt wie ein Schwein

    Liebste Grüße,

    Eure Isabel

    Tags: Motivation, Yoga, Balance, Just Run, Triathlon

  • Susann

    16. Februar 2015

    Zipp, zapp und mmmmhmmmm….

    Sonntagmittags, ich stehe fröhlich in der Gymnastikhalle beim Hochschulsport der Uni Hamburg. Mit jedem „zipp“ schwingt mein Arm locker hoch, in Richtung Decke, und mit jedem „zapp“ lasse ich den Arm wieder schwungvoll auf Körperhöhe gleiten. Und bei jedem „zipp“ und „zapp“ folgt nach dem letzten „p“ im Wort ein neues Einatmen. Lockerer Kiefer beim „a“ – nicht vergessen!

    susann

    Ob „zipp“ und „zapp“ oder „wipp“ und „wapp“, gefolgt von einem freudigen „mmmhhhmm“, beim Workshop zum Thema Stimmtraining möchte ich gern lernen, wie ich nachhaltig schonend mit meiner Stimme umgehe. Nur allzu oft höre ich kratzend-raue Stimmen im Trainerkreis, denen man die tägliche Belastung, vor kleineren oder gern auch größeren Gruppen viel sprechen, motivieren, anfeuern, korrigieren zu müssen, leider viel zu deutlich anhört. Bislang habe ich das große Glück, dass meine Stimme alle täglichen Herausforderungen prima mitgemacht hat. Selbst wenn einmal im worst case das Mikro bei einer gut besuchten Kurseinheit (und gut besucht heißt jetzt ca. 75 bis 95 Sportbegeisterte) ausfiel und ich mir Gehör verschaffen musste, ging das erstaunlicherweise gut. Meine Stimme möchte ich aber nicht Glück und Zufall überlassen und freue mich deshalb riesig über den Workshop mit Katy Fakler, ihrerseits Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin, die uns sehr kurzweilig einen praktischen Einstieg in Atem- und Sprechübungen gibt. Mit der Stimme zu motivieren, Übungen auch so zu verbalisieren, dass sie für den Kurs umsetzbar sind, ohne immer wieder zu schauen, was ich denn eigentlich vorturne, finde ich unglaublich wichtig. Ich leite gern allein mit meiner Stimme an, gehe während dessen durch den Kurs und schaue, wo ich noch unterstützen kann. Dieser Sprecheinsatz will aber geübt sein.

    Ein ganz leicht umsetzbarer Tipp: Gähnen ist das allerbeste für die Stimme überhaupt. Wenn das so ist - das lässt sich selbstverständlich machen. ;-) Der Stimme immer wieder eine kurze Lösungspause zu geben, wenn man viel und auch laut vor Gruppen spricht, darauf kommt es an. Gähnen entspricht einer solchen Pause, ist außerdem auch eine Dehnübung für die Kiefermuskulatur, die übrigens extrem kräftig ist.

    Eine weitere Übung ist, „ja ja ja“ zu sagen, ohne dabei den Kiefer viel zu bewegen, dabei das „a“ mit leicht geöffnetem Mund zu sprechen und die Zunge mehr arbeiten zu lassen als den Kiefer. Leichter geschrieben als getan…

    Und das einstimmende, auf langes Reden vorbereitende „mmmmmhmmmm“ fällt mir umso leichter, wenn ich an leckere Dinge, wie köstlichen Hamburger Schoko-Haselnuss-Aufstrich denke. Dazu dann noch ein feiner Tee, und schon ist die erholsame Pause für die Stimme und für die Seele perfekt.

    Räuspern, das tut der Stimme nicht gut, habe ich jetzt gelernt. Viel besser ist es, leicht zu summen oder zu hüsteln, um die eigene Stimme wieder frei zu bekommen. In diesem Sinne: Mmmmmhhhmmmm…..

    Sportliche Stimmgrüße von Susann

  • Bee

    09. Februar 2015

    Weck den Veganer in dir!

    Heute habe ich ein Schwergewicht auf dem Tisch. Über 200 Seiten, ein Gorilla mit Karotte auf dem Cover, what the …? Ganz einfach: Ein Kochbuch ist es, und „Weck den Veganer in dir dir“ heißt es.

    Vegane Kochbücher sind derzeit schwer zu übersehen und schwer zu übergehen. Nicht, dass ich das wollte – ihr wisst, dass ich gerne ausprobiere, vor allem, wenn’s um gesunde Ernährung ohne Tierisches geht. Und weil dieses Exemplar mich noch aus einem anderen Grund anspricht, will ich es euch heute vorstellen. Dieser andere Grund ist die Autorin: Regine Mauer. Regine liebt Yoga (erste Gemeinsamkeit), sie ist begeisterte Kundin (zweite Gemeinsamkeit bzw. zweites „Aufeinandertreffen“), und sie war mit beim Yoga-Weekend im Allgäu 2013, organisiert von unserer Botschafterin Katja. Wenn ihr den Link anklickt und euch die Bilder anschaut: Da ist sie, die liebe Regine, zusammen mit Katja (links im lila Sweater) auf dem Foto rechts oben. Und hier ist sie auch.

    Reggi

    Das Kochbuch ist entstanden, weil Regine schon seit Jahren vegan lebt, und weil sie „als Veganer geboren wurde, wie alle Menschen“. Wie genau sie als frühere Fleischesserin auf den veganen Weg gekommen ist, erzählt sie in dem wunderbar gestalteten Werk, das komplett mit Menschen aus ihrer Nähe entstanden ist. Die Food-Designerin und die Texterin, die Fotografin und die Visagistin, Grafik-Design und Gesamtgestaltung, Druckerei … alle aus einem Umkreis von eben mal 20 Kilometern! Respekt, Regine. Sogar unsere Botschafterin Katja war mit Yogapraxis mit von der Partie, sie sorgte für die nötige Entspannung.

    Den Hauptteil im Buch machen die 80 Rezepte aus. Jawohl, 80! Von A wie Avocado-Dip bis Z wie Zucchini-Spinat-Suppe ist alles super easy gehalten, einfach zuzubereiten und vor allem aus Zutaten, die ich „mal eben um die Ecke“ einkaufen kann. Das kommt mir voll entgegen – erst noch lange nach Spezialläden schauen ist nicht mein Ding. Da nutze ich meine Zeit lieber und steige aufs Rad oder in die Laufschuhe. Mit diesem Buch ist das jederzeit möglich, und hey, lasst euch gesagt sein: Es macht Appetit. Ach was, es macht Riesenhunger! Die Fotos sehen wirklich appetitlich aus, und die Infos, Tipps und Tricks drumrum machen Lust, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Übrigens ist das Ganze so gestaltet, dass nicht mal genaue Mengenangaben genannt werden, zumindest nicht jedes Mal. Nur die Zutaten, und dann nach dem Motto „Pi mal Daumen“ (oder Bee mal Daumen) rein in den Topf, die Pfanne, auf den Teller.

    Genau das werde ich jetzt dann auch mal tun, einfach was auf den Teller zaubern. Und ihr: Wenn ihr euch Einsteiger oder Umsteiger, Hungrige, Neugierige, Ausprobierer, Mustige, Abenteurer oder sogar schon Veganer seid – dann ist das bestimmt auch ein Buch für euch.

    Eins meiner Lieblingsrezepte will ich euch noch verraten. Könnt ihr gerne mal nachkochen! Ist wirklich locker machbar und schmeckt köstlich, versprochen.

    Cold days, warm heart: Linsen-Möhrensuppe, leuchtet lecker orange und sorgt für sonnige Gemüter.

     

    Linsen_Möhrensuppe Images: Regine Maurer

     

    Zutaten

    Rote Linsen (müssen nicht eingeweicht werden, 200g

    3 Möhren

    Gemüsebrühe

    1 Knoblauchzehe und/oder Zwiebel

    Zubereitung

    Voller Farbenpracht und intensivem Geschmack: im wahrsten Sinne des Wortes ein Highlight auf dem Teller.

    Knoblauch und/oder Zwiebel in 1 EL Kokosöl andünsten.

    Möhren in dickere Scheiben schneiden, zusammen mit den Linsen in der Pfanne kurz mit anrösten. Mit Gemüsebrühe ablöschen, ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind (dann sind auch die Möhren durch).

    Kräftig abschmecken: mit Salz, Curry, Chiliflocken und sonstigen Gewürzen, nach Geschmack.

    Diese Suppe kann, muss aber nicht püriert werden.

    Tipp: Probiert exotische Gewürze wie Curry, Kurkuma, Kreuzkümmel etc. – schmeckt nach Fernweh und Urlaub.

    Tags: vegan, nachhaltig, Linsen, Comfort Food, vitaminreich

  • Bee

    02. Februar 2015

    CLEMENS FREDE: Gute Vorsätze für’s neue Jahr

    Clemens Frede
    Clemens Frede ist Berater und Yogi. Seine Erfahrung in der Berufswelt, im Yoga und im Sport ermöglichen ihm, diese Themen bedachtsam zu kombinieren. In seinem Studium der Performance Psychology befasst er sich eingehend mit Motivation, Selbstvertrauen, Attribution, und Achtsamkeit.
    www.clemensfrede.com

    Clemens_Frede

    (Foto von Yvonne Schmedemann - http://yvonneschmedemann.com)

    Der Januar ist gerade vorbei und die meisten guten Vorsätze wurden inzwischen schon wieder über Bord geworfen: Das Schwimmbad wird wieder leerer, genauso wie die Yoga Klassen und Fitness Studios. Dafür sieht man wieder mehr Leute auf der Straße mal eben kurz eine Zigarette rauchen. Und spätestens ab Februar geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Lang vergessen, der rauschende Silvesterabend, an dem man sich hoch und heilig geschworen hat: dieses Jahr!

    Ziele beinhalten ein Ereignis in der Zukunft. Man möchte x Kilo abnehmen oder einen Marathon laufen. Nach zwei, drei Wochen merkt man dann, dass das alles nicht so einfach ist, wie man sich das vorgestellt hat, verliert das Interesse und wird wieder bequem.
    Tatsächlich ist das, was eigentlich verändert werden soll, der Weg zum Ziel - nämlich ein Verhalten. Zum Beispiel soll die Ernährung umgestellt oder regelmässig Sport getrieben werden. Zu einem langfristigen Ziel mit einem bestimmten Ergebnis gehört eine Verhaltensänderung und mehrere kleine Ziele auf dem Weg. Es sind die einzelnen Schritte, die einen von Köln zum Challenge nach Roth oder auf dem Laufband bzw. der Waage das gewünschte Ergebnis bringen.

    Ein verbindliches Versprechen

    Man sagt es dauert drei Wochen um eine Gewohnheit zu entwickeln. Und doch braucht es nur einen einzigen Augenblick, um ein Verhalten zu ändern. Im Yoga wird dies Sankalpa genannt. Es ist der Entschluss, sich auf diese Reise zu begeben. Es ist die willentliche Verpflichtung sich selbst gegenüber, eine Veränderung umzusetzen. Dieser Wille ist der Antrieb. Manchmal reicht ein einziger Augenblick der Realisierung aus. Manchmal muss man sich den Vorsatz immer wieder bewusst machen.

    Der Unterschied liegt darin, ob ein Entschluss oberflächlich vom Kopf („ich sollte“) oder vom Herzen („ich will“) gefasst wird. Der Verstand findet genauso viele Gründe etwas zu tun, wie etwas nicht zu tun. Je nachdem in welchem Muster man steckt, hat er sich schon entschieden - im Zweifelsfall für das Gewohnte, für die Bequemlichkeit.

    Was begeistert dich?

    Mein Tipp: suche Dir in dem, was Du tun möchtest, etwas das Dich begeistert. Es mag schwer fallen, morgens um 6:30 Uhr aus dem Bett zu rollen und zur kalten Schwimmhalle zu radeln. Aber wenn man erstmal im Wasser ist, hat man das alles vergessen. Ich liebe es, morgens im Freibad meine Bahnen zu ziehen, während ein Nebel über dem Becken liegt und langsam die Sonne aufgeht. Dafür lohnt es sich aufzustehen.
    Es kann das wohlige Kribbeln im Körper nach dem Sport sein, oder die Gesellschaft, die man durch einen Sportpartner hat. Die Anreize können so unterschiedlich sein, wie Kaffeebecher im Küchenregal.
    Vielleicht hilft es, sich eine Erinnerung an das positive Gefühl - ein Bild oder ein Wort - irgendwo hinzuhängen, wo man oft daran erinnert wird. Nicht als Mahnung sondern als Motivation. Als nächstes nimm den Druck raus - geh’ es entspannt an und habe Geduld. Denn dann gehen die drei Wochen los, die es dauert, bis es einfacher wird.

    Der Februar ist übrigens auch eine hervorragende Zeit für Veränderungen. Also: Los geht’s.

    collage-clemens

    Dies ist der erste Teil einer Serie von vier Beiträgen, die erklären, wie man sportliche und andere Ziele mittel- und langfristig umsetzen kann.
    1) Los geht’s. - Vorsätze fassen und umsetzen.
    2) Schluss damit. - Schlechte Angewohnheiten loswerden.
    3) Dran bleiben. - Geduld und Ausdauer kultivieren.
    4) Feiern. - Erfolge und Misserfolge anerkennen.

    Tags: Ziele, Gastbeitrag, Motivation, Yoga

  • Maren

    26. Januar 2015

    Vegane Haferkekse für zwischendurch

    Eigentlich bin ich ein ziemlicher Backmuffel…aber dieses Jahr hat sich ein kleines sonntägliches Backritual bei mir eingeschlichen, von dem ich ganz begeistert bin.

    Deswegen möchte ich es mit Euch teilen. Meine liebe Freundin Antje (die ihr schon von meinem Mallorca Beitrag kennt) hatte sie einfach so nebenbei gezaubert und mich damit morgens überrascht. Die Kekse sind superlecker für zwischendurch, sei es bei der Arbeit, unterwegs, kurz vor oder nach dem Sport oder oder… Das Schöne ist, dass sie ganz schnell gemacht sind.

    Wie gesagt, backe ich mir in letzter Zeit immer Sonntags ein Blech und habe dann für die ganze Woche eine Ration „gesunder“, selbstgemachter Kekse (ohne Zucker!).

     

    Vegane Hakerkekse

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    Hier das Rezept:

    - 2 Bananen (ca. 226 g)
    - 200 g  Haferflocken
    - 25 g Vollkornmehl
    - 55 g Mandelmilch/Hafermilch
    - 80 g Apfelmus
    - 70 g Trockenfrüchte (Feigen, Datteln, Cranberrys etc.)
    - eine Prise gemahlene Vanille
    - eine Prise Zimt

    Optional: 15 g zerlaufene Kokosmilch

    Ergibt: 1 Backblech (ca. 30 Kekse)

    Fühl’ dich frei mit anderen Zutaten zu experimentieren (Trockenfrüchte, Nüsse, Mehl etc.). Ofen auf 200 Grad vorheizen, Bananen mit einer Gabel stampfen und alle Zutaten vermischen. Die Mischung 5 Minuten stehen und ziehen lassen. Mit einem großen Löffel die Kekse formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Da in den Zutaten kein Backpulver vorkommt, kannst du die Kekse dicht aneinander legen: sie gehen nicht auf. 15-20 Minuten backen und anschließend kalt werden lassen. Dein gesunder Snack für zwischendurch ist fertig: Bon appétit!

    Tags: vegan, Kohlenhydrate, Comfort Food, vegetarisch

  • Vera

    22. Januar 2015

    It’s the coordination, Honey!

    Koordination wird in der Sportwissenschaft u.a. als „bewegungsbezogenes Produkt motorischer Kontrollprozesse“ definiert. Klingt nicht besonders aufregend, ich weiß, in der Praxis ist es das allerdings doch. Denn Koordinationstraining, welches unsere koordinativen Fähigkeiten fördert, uns hilft koordinierte Bewegungen immer besser auszuführen und schlussendlich auch unsere Technik in unterschiedlichsten Sportarten zu verbessern plus unser Verletzungsrisiko zu senken, kann tatsächlich auch richtig viel Spaß machen.

     

    Koordinationstraining

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    Aber zuerst noch einmal zu den wesentlichen Fakten: warum wollen wir unsere motorische Kontrolle verbessern? Warum spezifische Bewegungsaufgaben besser lösen? Weil es nur zu unserem Besten ist. Koordinative Fähigkeiten und Koordinationskompetenz sind nicht nur für Profiathleten wichtig, sondern für jede einzelne wunderbare Frau unter uns. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung unserer Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer. Dabei geht es gar nicht um sportliche Höchstleistungen, nein, es geht darum, unsere allgemeinen, vorhandenen koordinativen Fähigkeiten, die wir im allerbesten Fall bereits als Kind erworben haben, aufrecht zu erhalten und so auch für später vorzubauen, denn koordinative Fähigkeiten schützen uns besonders auch vor altersbedingten Stürzen und Verletzungen (wenn ihr euren Eltern also etwas Gutes tun wollt, schenkt ihnen koordinative Kleingeräte wie Balancekissen oder ein Trampolin, denn Koordinationstraining ist wirklich ein extrem wert- und wirkungsvolles Sturzprophylaxe-Training). Wesentlicher Hinweis an dieser Stelle: unsere Koordinationsfähigkeit ist während unseres gesamten Lebens veränderbar. Sie sollte deshalb nicht nur Basisbestandteil unserer Grundausbildung sein und in Kindergärten und Schulen vermittelt werden, sondern auch jenseits der 20 einen Platz im eigenen Training haben.

    Video: Yoga inspirierte Balance Übungen am Ballkissen (Music Credits: Buddham Sharanam – Satyaa & Pari)

    Aber was bedeutet Koordination eigentlich? Koordinative Fähigkeiten lassen sich in mehrere Untergruppen unterteilen wie die kinästhetische Differenzierungs-, Kopplungs-, Reaktions-, räumliche Orientierungs-, Gleichgewichts-, Umstellungs- oder Rhythmisierungsfähigkeit. Klingt komplizierter als es ist und ist wesentlich praxisrelevanter als man beim Lesen dieser Zeilen denken würde. Denn egal, ob bei der Ausführung eines Purzelbaums (wann hast du das eigentlich das letzte Mal versucht?), bei einbeinigen Yoga Positionen, beim Prellen eines Balles, beim Schlittschuhlaufen, beim Trampolinspringen, beim Tanzen... in all diesen Momenten sind unsere koordinativen Fähigkeiten voll und ganz gefragt.

    Will man sich koordinativ in einer Sportart verbessern, sind Basistraining sowie sportartspezifisches Techniktraining angesagt. Wobei das Basistraining wirklich für jeden von uns immer Sinn macht. Mit ein Grund, weshalb Koordinationstraining in allen meinen Personal Trainings vorkommt, egal ob Manager, Abnehmer oder Triathlet. Am besten in ausgeruhtem Zustand, d.h. zu Beginn der Einheit, um konzentriert zu sein und gegebenenfalls neue Bewegungen erfolgreich lernen zu können. Oder aber gezielt noch einmal gegen Ende der Einheit, um die Koordinationsfähigkeit bei Vorermüdung zu überprüfen.

    Video: Der Bogen und seine Varianten am BOSU Balance Trainer (Music Credits: Janelle Monae feat. Miguel – Primetime)

    Wichtig ist beim Koordinationstraining ist besonders die stetig zunehmende Komplexität der Übungen bzw. Übungsausführung, was besonders einfach durch unterschiedliche Untergründe möglich ist. Denn immer nur dieselbe Übung gleich ausgeführt, bringt auf Dauer nicht viel. Nehmen wir beispielsweise den guten, alten Einbeinstand: das Stehen auf einem Bein ist quasi der Klassiker für einfache koordinative Spielereien und sollte bei jeder von uns für gute 15 Sekunden ohne Umfallen möglich sein (schafft man diese Zeitspanne nicht, kann dies ein Zeichen für ein erhöhtes Verletzungsrisiko sein). Steigerungen sind hier ganz simpel: als erstes schließen wir ein Auge. Funktioniert das ebenfalls sehr gut, machen wir beide Augen zu. Ist auch das noch für gute 10 Sekunden möglich, bewegen wir den Nacken nach hinten und halten ihn dort (die Augen bleiben zu). Und, wie lange kannst du diese Position nun noch halten?

    Dieselbe Abfolge lässt sich außerdem auf einer – je nach Level – mehr oder weniger instabilen Unterlage wie einem Airex-Pad, einem Ballkissen oder einem Kreisel absolvieren, um für noch mehr koordinative Reize zu sorgen.

    Abgesehen von der Wichtigkeit des koordinativen Trainings ist dieses – möglicherweise wider Erwarten - auch ein echter Fun-Faktor, besonders wenn man spielerisch veranlagt ist. Ich beispielsweise spiele gerne mit unterschiedlichen Instabilitäten und verlege klassische Yogaübungen deshalb auch gerne mal auf ein Balance Pad oder den Bosu Ball. Generell gilt: Anything goes (nur mit dem Turnen auf Gymnastikbällen wäre ich vorsichtig!). Achtet einfach darauf, die mögliche Verletzungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Stimmen die Voraussetzungen lautet das Motto: ausprobieren, spielen, austesten wie weit ihr gehen könnt, die Balance verlieren, wieder aufrappeln und erneut probieren. Habt Spaß und erlebt am eigenen Leib, wie schnell man dank regelmäßigen, kleinen Einheiten großartige Fortschritte macht!

    Video: Koordinative Elemente lassen sich auch ins funktionelle Kraftausdauertraining einbauen (Music Credits: Black Eyed Peas: XOXOXO)

    Tags: Functional Training, Training, Produkttest, Yoga

  • Maren

    13. Januar 2015

    Faszination Wüste



    Yoga in der unendlichen Weite der Sahara

    Es gibt Momente, da weiß man einfach hundertprozentig, was zu tun ist; da gibt es keinerlei Zweifel. Als ich Ende November Sahara Yoga Bilder gesehen und gelesen hatte, dass es über Silvester noch ein paar freie Plätze gibt, wusste ich: das muss ich machen.
Mein Herz hörte den Ruf der Wüste! Der Flug war schnell gebucht: Ein Glück, denn die Wüste hat mich tief berührt, fasziniert und verzaubert.

     

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    Es begann alles völlig surreal: mein Flieger ging genau am ersten Schneetag des Jahres. So war schon die Anfahrt zum Flughafen ein kleines Abenteuer. Das rege Treiben und pulsierende Leben Marrakeschs lässt einen schnell das Schneechaos in Deutschland sowie die lange Anreise vergessen. Die Wüste ruft! Aber noch ist es ein weiter Weg: wir durchqueren am nächsten Tag im Minibus über Serpentinen das Atlasgebirge und staunen, wie sich die Landschaft stetig verändert. Schneebedeckte Berge, Canyons, kleine Dörfer und Kashbas ziehen an uns vorbei. Ein beeindruckendes Panorama.

    Sahara_1

     

    Als wir nach einer Übernachtung in einem Hotel wie in 1001 Nacht und einem weiteren Reisetag endlich in Merzouga, am Rande der Wüste, ankommen, ist es schon dunkel, so dass wir morgens von dem Blick in die Dünen überrascht werden. Wir sind da! Endlich! Die unendliche Weite der Wüste liegt vor uns. Das Licht, das Spiel der Farben, die Formen der Dünen und des Sandes sind überwältigend.

     

    Sahara_Maren

     

    Schweigend reiten wir auf Kamelen in die Wüste hinein. Der ruhige und gleichmäßige Schritt der Kamele wirkt sehr entspannend: Meditation auf dem Rücken des Kamels. Sich durch die endlosen Sanddünen führen lassen und einfach nur den Moment genießen: jeden einzelnen Atemzug, jeden einzelnen Schritt. Der Schatten der Karawane sieht aus wie gemalt. Der Himmel ist so blau gegen den Wüstensand und ich muss mich kneifen: träume ich? Ist das wirklich wahr?
Die Landschaft und die Farben könnten einem Bilderbuch entsprungen sein. Zum Sonnenuntergang kommen wir mitten in der Wüste an, irgendwo im nirgendwo. Hier wartet das neue Wüstencamp von Sahara Yoga auf uns: wir sind die ersten Gäste im eigenen Camp von M'Barak Oussidi, dem charmanten Reiseleiter, einem Sohn der Wüste vom Nomadenvolk der Berber. Er begleitet uns die ganze Reise und so erfahren wir viel über die Berberkultur, lernen seine Familie kennen und erhalten einen tiefen Einblick in das Wüstenleben.

     

    Sarah_Maren_1

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    Wir verbringen fünf Tage und vier Nächte im Wüstencamp, welches sich keiner so richtig vorstellen konnte vor der Ankunft. Wir staunen deshalb nicht schlecht, dass wir in richtigen Betten schlafen und es sogar Toiletten gibt. Morgens und abends praktizieren wir Yoga in der atemberaubend schönen Kulisse, die unsere Herzen öffnet und uns die Verbindung von Himmel und Erde sehr deutlich spüren lässt. Die Yogapraxis hilft uns alle Eindrücke der Reise zu verarbeiten und sie gleichzeitig noch zu vertiefen. Wir schließen das Jahr mit 108 Sonnengrüßen ab, lassen ganz bewusst alles Alte los und öffnen uns für alles Neue.

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    Berber

     

    Tagsüber schweigen und lachen wir, wandern durch die Dünen, lassen uns von den Kochkünsten von Baraks Familie verwöhnen. Abends sitzen wir am Lagerfeuer, lauschen den Trommeln der „Berber Boys“ und tanzen ums Feuer. So gestaltet sich auch der Übergang ins Neue Jahr: statt Silvesterfeuerwerk genießen wir den wunderschönen Sternenhimmel. Möge 2015 so traumhaft weitergehen wie es begonnen hat...

     

    Maren

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    Auch wenn die Nächte trotz Wärmflaschen im Schlafsack kalt sind, fällt der Abschied schwer. Gleichzeitig freuen wir uns alle sehr auf eine warme Dusche, um den Wüstensand abzuwaschen. Die Stille, die Weite, der Himmel, die Sterne, der immer voller werdende Mond, die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Berber, all das bleibt im Herzen...

     

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    Die Rückreisetage sind sehr ruhig und entspannt, jeder hängt seinen Gedanken und Erinnerungen nach. Wir kennen die Strecke und genießen den Ausblick, jeder träumt vor sich hin. Denn für jeden ist die äußere Reise auch eine innere Reise. Jeder ist mit unterschiedlichen Erwartungen angereist und so einzigartig in seiner Art, aber wir alle sind dem Ruf der Wüste gefolgt. Das verbindet.

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    Die Reise in die Sahara war so unbeschreiblich schön, dass es fast ausreichen würde hier eine Wüstenbildergalerie hoch zu laden, denn die Bilder sagen mehr als 1000 Worte.
Genieße also die Bilder und tauche ein in die Weite und Ruhe der Wüste. Diese Weite und Ruhe ist auch in Dir! 
Nimm' Dir einfach jeden Tag etwas Zeit, Dich daran zu erinnern, sie zu fühlen und Dich mit ihr zu verbinden – ganz egal, wo Du bist.

     

    Abschied

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    Ein herzliches Dankeschön an Barak und Sahara Yoga für diese unglaublich schöne Reise. Danke auch an die großartige Yogalehrerin Sarah Müggenburg, die uns an so unterschiedlichen Orten mit Ihrer bezaubernden Art immer wieder bei uns selbst hat ankommen lassen. Und danke an die ganze wunderbare Gruppe: es hat so viel Spaß mit Euch gemacht. Salam Aleikum!

    Magst Du mit mir diesen wunderbaren Ort entdecken?

    Maren_1

    Ende Mai (23.05.-04.06.2015) unterrichte ich Yoga auf der Reise und freue mich sehr darauf, denn es ist eine sehr intensive Erfahrung an einem so kraftvollen und besonderen Ort Yoga zu machen.

    Weitere Informationen findest Du hier:

    www.sahara-yoga.com

  • Maren

    09. Januar 2015

    Wanderlust!

 Maren auf Tramuntanatour






    An der Westküste Mallorcas lädt ein Gebirgszug zum Wandern ein: Durch die Serra de Tramuntana führt der Trockenmauerweg, der GR221, über etwa 150 Kilometer von Port d'Andratx über das Städtchen Sóller bis nach Pollença im Norden der Insel. Abseits des Massentourismus hat Mallorca eine unbekannte Seite - eine Wanderseite.

    Als ich im Sommer meine Freundin Antje besuchte, die auf Mallorca lebt, erzählte sie mir eines Abends von diesem Weg, den sie immer schon mal gehen wollte. Letztes Jahr hatte ich mich länger mit der Idee beschäftigt, den Jakobsweg zu gehen, mich aber nach längerem Hin & Her dagegen entschieden. Nun zusammen mit meiner Freundin „den kleinen Jakobsweg Mallorcas“ zu gehen?!? Die Entscheidung war schnell getroffen und so verabredeten wir uns dafür, den Weg im Winter zu gehen, wenn die Luft schön frisch ist und nicht mehr viele Wanderer unterwegs sind.

    Da das meine erste mehrtägige Wanderung war, hatte ich im Vorfeld schon ziemlich Respekt davor: bekomm’ ich das hin, meinen Rucksack so viele Stunden am Tag zu tragen? Machen meine Füße und Beine das mit, jeden Tag so viele Kilometer zu gehen?

    Letztendlich wog mein Rucksack 8,5 kg (+ 1,5 Liter Wasser) und von Tag zu Tag, von Etappe zu Etappe, gewöhnte ich mich mehr daran, ihn zu tragen, bis es sich schließlich so anfühlte, als würde ich ein Schneckenhaus tragen und der Rucksack quasi ein Teil von mir wurde.

    In sechs Etappen sind wir entlang des Küstengebirges, durch Steineichenwälder und Olivenhaine, über Felsgrate und durch schöne Dörfer gewandert, immer mit bester Aussicht auf Berge und Meer. Meist folgt die "Ruta de Pedra en Sec", der "Weg aus trocken verlegten Steinen", den alten Post- und Reitwegen Mallorcas, deren Geschichte bis auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Sie führen durch alte Kulturlandschaft und die Geschichte der Insel.

     

    Hauptbild

     

    UNSERE ETAPPE 1*: Von Estellences nach Esporles, ca.15 km (ca. 5 Stunden) Entspannte und leichte Etappe zum Einstieg, die durch das schöne Dorf Banyalbufar führt, welches inmitten steiler Terrassen über dem Meer liegt. Hier haben wir eine kurze Mittagspause eingelegt (Nüsse, Obst, Kekse) und Yoga für Schultern und Beine gemacht.

Antje und ich fanden schnell unseren Rhythmus und wandern im gleichen Tempo: perfekte Voraussetzung für eine gelungene Wandertour!

     

    Etappe1

     

    UNSERE ETAPPE 2*: Von Esporles nach Deìa, ins Refugi Can Boi, ca. 15km
(ca. 5 Stunden)

    Chaosetappe! Da die Wegbeschilderung so schlecht und der Weg noch nicht komplett ausgebaut war, wurde uns im Hostal empfohlen, den Steinmännchen zu folgen und sich im Zweifel „immer rechts“ zu halten. „Manche Leute verlaufen sich auf der Etappe, aber eigentlich ist es ganz einfach!“. Okay, das sollte zu schaffen sein! Weit gefehlt, irgendwann waren keine Steinmännchen mehr da - wir hatten uns eindeutig verlaufen. Letztendlich mussten wir den ganzen Weg zurückgehen und entlang der Hauptstraße bis Valldemossa laufen, um von dort einen Bus nach Deía zu nehmen. Trotz Extrameilen und einigen zusätzlichen Höhenmetern: Ende gut, alles gut!

     

    Etappe2_2

     

    UNSERE ETAPPE 3*: Von Deía nach Sollér, ins Refugi Muleta, ca. 10 km (3,5 Stunden)

 

    Die Küste entlang ging es bis zum Leuchtturm von Cap Gros: super schöne und leichte Etappe. Direkt nach dem Frühstück marschierten wir los – als Geschenk von der Berghütte bekommen wir Regenponchos. Denn: Regen ist angesagt, aber unterwegs kommt sogar die Sonne raus und beschenkt uns mit wunderschönen Aussichten. Glücklicherweise fängt es erst an zu regnen, als wir schon in der nächsten Berghütte eingetroffen sind. Perfektes Timing!

     

    Etappe_3

     

    UNSERE ETAPPE 4*: Von Bunyola zum Castell d’Alaró, ca. 16 km
(ca. 6 Stunden)



    Den Vormittag verbringen wir in einem Café in Sóller, der Stadt der Orangenhändler, um den Regen abzuwarten. Mittags lichtet sich der Himmel und wir fahren mit dem Bus bis Bunyola – sonst würden wir es nicht bis zum wunderschönen Castell d'Alaró schaffen, welches malerisch auf 820 Meter thront. Auch hier müssen wir zunächst 11km auf der Landstraße wandern, was ziemlich unspektakulär ist, aber schließlich kommen wir wieder auf den GR221, der uns durch Olivenhaine zum Castell führt. Zum Sonnenuntergang erreichen wir es und genießen den unbeschreiblichen Ausblick. Ein wahrhaft magischer Moment, der sich in unsere Herzen brennt.

     

    Etappe_4

     

    UNSERE ETAPPE 5*: Vom Castell d’Alaró nach Lluc, ins Refugi Son Amer, ca. 30 km
(ca. 8 Stunden)



    Die „Marathon-Power-Etappe“! So stehen wir mit dem Sonnenaufgang auf, der uns wieder einen unvergleichbar schönen Moment und Ausblick beschert, und ziehen direkt nach dem Frühstück los. Erstmal geht es zum Refugi Tossals Verds (das momentan wegen Renovierungsarbeiten geschlossen hat, weswegen wir zwei Etappen zusammenfassen müssen), wo wir eine sonnige Mittagspause einlegen. Mit mallorquinischem Mandelkuchen und Feigenbrot gestärkt, geht es zum höchsten Punkt der Tour ständig bergauf. Wir wandern bis auf knapp 1200 Meter, treffen keine Menschen, nur noch Esel und Schafe, mobilisieren unsere Kräfte, es wird kälter und windiger, wir müssen die Zähne zusammenbeißen… und dann ist da wieder dieser Moment: wir sehen die Bucht von Pollenca. Unbeschreiblich, dieser Blick: eine riesige Belohnung für unsere enorme Anstrengung. 
Im Dunkeln kommen wir nass geschwitzt und mit Blasen an den Füßen in der Berghütte an, die direkt beim Sanktuarium von Lluc liegt, dem heiligen Kloster Mallorcas und spirituellen Herzens der Insel.

Nach einer ausgiebigen Dusche gibt es Abendessen am Kamin – als Vegetarier bekommen wir (zum 3.Mal auf der Tour) Canelloni mit Spinat und müssen herzhaft lachen!

    Poweretappe

     

    UNSERE ETAPPE 6*: Von Lluc nach Pollenca, ins Refugi Pont Roma, ca. 16km (ca. 5 Stunden)

    Mit Muskelkater und müden Beinen laufen wir unsere letzte Etappe, die zum Glück (fast) nur noch bergab führt. Hier wurde wegen des Regens ein kurzer Teilabschnitt gesperrt und wir müssen wieder einmal ein Stück auf der Hauptstraße gehen und können es kaum erwarten, endlich im Refugi anzukommen. Obwohl diese Etappe landschaftlich sehr schön ist, zieht sie sich wie Kaugummi, der Himmel ist bewölkt und wir sind einfach nur froh als wir schließlich im Refugi ankommen...

    Auf der Plaza Mayor von Pollença endet die Tour am nächsten Tag mit einem großen Frühstück, endlich mit Sonnenschein! Wir legen die Beine hoch und feiern, dass wir das Abenteuer GR221 gemeistert haben.

    wanderbar

     

    Mallorca ist nicht nur wunder-, sondern auch wanderbar!

    *Wir sind unsere eigene Variante vom GR221 gegangen, die ihr unter den folgenden Links einsehen könnt:

    www.gr221.info
    www.alpenquerung.info/GR221/mallorca-wanderung-auf-dem-gr-221-tramuntana-route-karte-etappenuebersicht-rifugios

    Tags: Wandern, Mallorca, Auftanken, Morgenstund

  • Bee

    08. Januar 2015

    Homemade Falafel

    Gestern war so ein unglaublich ambivalenter Tag. Einerseits die Freude über total positive mediale Aufmerksamkeit für BeeAthletica und andererseits die Trauer über den unfassbaren Hass auf unserer Welt. Wenn es dann näher kommt, fühlt man es ja doch irgendwie noch ganz anders. Stärker.

    Zur Beruhigung und auch um mich irgendwie abzulenken, habe ich mir erstmal was gekocht. Etwas arabisches. Als klitzekleines Zeichen. Gekaufte Falafel sind nicht so mein Ding, denn ich frage mich immer in welchem und in wieviel Fett die frittiert wurden, aber hausgemacht hat man dies ja schön selbst unter Kontrolle. Klassischerweise aus Kichererbsen, aber da ich sie nicht vertrage, habe ich weisse Bohnen genommen, was sich als perfekte Alternative herausgestellt hat. Vegan, Low GI und mit einer beachtlichen Portion an pflanzlichem Protein sind sie das perfekte Topping für einen Berg Grünzeug oder auch ein prima Snack on it's own wenn es schnell gehen  muss.

     

    Falafel

    Zutaten:

    - 1 400g Dose Weisse Bohnen / Kichererbsen, abgetropft
    - Saft einer halben Zitrone
    - 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
    - 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
    - 1 TL gemahlener Koriander
    - 1/2 TL Cayennepfeffer
    - 1 rote Chillischote
    - 1 EL Tahini
    - 1/2 TL Salz
    - 1 TL Backpulver
    - 50g Buchweizenmehl (anderes geht auch)
    - 2 EL gehackte Petersilie
    - 1 EL gehackte Minze
    - Öl nach Belieben ( ich habe Kokos und Raps gemischt)

    Zubereitung:

    1. Bohnen, Zitronensaft, Knoblauch, Gewürze, Chili, Tahini und Salz im Mixer pürieren. Geht mit Blender, Vitamix oder Thermomix.

    2. Mehl, Backpulver und die Kräuter hinzufügen und mit einem Löffel vermengen.

    3. Aus dem Püree mit feuchten Händen ca. 3 cm große Bällchen formen und diese 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.

    4. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, die Bällchen vorsichtig anbraten und ein wenig flachdrücken. Nach ca. 5 Minuten von jeder Seite sollten sie eine goldene Kruste haben.

    5. Auf Küchenpapier legen und das überschüssige Öl abtupfen.

    6. Von nun an ist alles deiner Kreativität überlassen. Sie schmecken mir am besten laufwarm mit einem grünen Salat mit schlichtem Essig-Öl-Dressing in das du noch ein wenig Tahini geben kannst.

    HappBee Appetit.

    Tags: veg, Comfort Food, vegetarisch, Protein

  • Daniela

    02. Januar 2015

    Grundlagen im Winter

    Als Schwimmtrainerin und leidenschaftliche akive Schwimmerin möchte ich euch heute einen tollen alternativen 'Wintersport' ans Herz legen...

     

    Die Saison ist jetzt vorbei denken viele aus dem Bereich Triathlon und scheinen sich in den Winterschlaf zu begeben...aber HALT! Jetzt, im Winter werden die Grundlagen für 2015 gelegt. Gerade jetzt, wo die Tage dunkler und kälter werden heißt es: Ab ins Wasser.

     

    DANIELA_SWIM

     

    Wer genug Zeit hat, dem würde ich raten 2-3 Mal pro Woche ins Wasser zu gehen und verschiedene Trainingsschwerpunkte zu setzten. Das könnte folgendermaßen aussehen:
    1. Einheit: Ausdauer              ( 60-90 Minuten )
    2. Einheit: Technik                ( 60Minuten )
    3. Einheit: Grundschnelligkeit ( 60Minuten )
    Unterteilt sind die einzelnen Einheiten in drei Blöcke: Einschwimmen, Hauptteil und das Ausschwimmen.

     

    Bei den Geschwindigkeiten gibt es verschiedene Abkürzungen für die Schwimmgeschwindigkeit / die Anstrengung:
    GA1- Grundlagenausdauer
    GA2- Grundlagenausdauer
    bis hin zur
    WSA - Wettkampfspezifische Ausdauer

     

    Erst wer die Ausdauer und die Technik hat, sollte die 3. Einheit mit Grundschnelligkeit absolvieren. Denn wie beim Laufen und beim Radfahren ist das Prinzip: Qualität nicht Quantität!
    Zu den einzelnen Einheiten können die Trainingspläne wie folgt aussehen:

     

    1. Ausdauer (hier schwimmt man überwiegend längere Einheiten ohne viel technikspezifische Einheiten in der Grundlagengeschwindigkeit)
    Einschwimmen:
    1oom Kraul
    1oom Rücken
    4x 50m Kraulbeine
    Hauptteil:
    Pyramide
    Freistil
    50m - 100m - 200m - 400m - 500m - 400m - 200m - 100m - 50m
    Pause jeweils 30 Sekunden.
    Ausschwimmen:
    200 Kraul / Rücken im Wechsel ganz locker

     

    2. Technik
    Einschwimmen:
    2x50m Minilagen (12,5m Delphin - 12,5m Rcüken - 12,5m Brust - 12,5m Kraul)             Pause: 10 Sekunden
    100m Rücken
    100m Kraul
    Hauptteil:
    10x50m Technikübungen (25m Technik - 25m locker zurück) Pause 30 Sekunden
    1)   Kraul rechter Arm
    2)   Kraul linker Arm
    3)   Kraul Faust
    4)   Kraul gespreizte Finger
    5)   Wriggen
    6)   Badewanne
    7)   Kraul Abschlag
    8)   Kraul rechter Arm - linkes Bein bewegen
    9)   Kraul linker Arm- rechtes Bein
    10) Tauchen
    5x 100m Kraul mit 30Sekunden Pause in GA1 (auf eine saubere Technik achten!)
    Ausschwimmen:
    5-10 Minuten beliebig locker

     

    3. Grundschnelligkeit
    Einschwimmen:
    4x 100m Pause 30Sekunden
    1) Lagen
    2) Kraul
    3) Lagen
    4) Rücken
    Hauptteil:
    10x75m Kraul (50m zügig - 25m GA2)
    Pause 30sek
    Ausschwimmen
    300m Kraul Arme

     

    Ich finde, dass man das Schwimmen gerade im Winter gut absolvieren kann und zudem geht man dann nicht mit einem "Kaltstart" in die neue Saison. Außerdem lässt sich beim Schwimmen hervorragend die Ausdauer und die ganzheitliche Körperspannung trainieren. Also auf ins Wasser :-)

     

    Zum Abschluss möchte ich Euch noch einen Wettkampf empfehlen: Den Bonn Triathlon. Da wird von einer Fähre gestartet: 3,8km Schwimmen im Rhein. Eine ganz besondere Atmosphäre. Kostet ein wenig Überwindung, ist aber ein tolles Ziel.

     

    Egal, was ihr vorhabt...ich wünsche Euch alles Gute und einen tollen Start ins Neue Jahr.
    Eure Daniela

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