Berit

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Berit - deutsche Volleyball Nationalspielerin

Volleyball bestimmt mein Leben, es ist mein Job. Was für ein Glück, dass ich dieses Spiel liebe. Es ist das zauberhafte Zusammenspiel von Athletik, Rhythmus- und Ballgefühl, Mannschaftsgeist und mentaler Stärke, nicht selten gewinnt das Team mit dem besseren Mindset.
Und an dieser Stelle kommt auch schon Yoga ins Spiel. An einem dunklen Punkt meiner Karriere, als ich dachte, dass dieser ständige Druck zu performen, das viele Training, die Ansprüche, denen ich gerecht werden muss, nichts für mich sind. Genau in diesem Moment habe ich Yoga entdeckt - oder umgekehrt, wie man's nimmt.
Anfangs habe ich mich mit YouTube durch die Asanas geatmet, dann habe ich die Artenvielfalt von Yoga entdeckt, von Aerial über Bikram, Anusara, Vinyasa und Jivamukti und mittlerweile gehört eine tägliche Yogapraxis und Meditation zu mir, wie meine mein Frühstücksbrei, meine Barfußschuhe und meine Blackroll. Es hat mich zu einer besseren Volleyballerin gemacht - und zu einem besseren Menschen.

BeeAthletik-Botschafterin bin ich, weil es eine tolle Plattform ist, die das Beste der Marken vereint und nicht zuletzt: weil ich Leggings liebe. Eines meiner Lebensziele ist es, jeden Tag Leggings tragen zu können - da braucht es natürlich das richtige Modell für jede Situation ;-).

Wenn du mehr über mich wissen möchtest kannst du meine Reise auf meinem Blog www.beritkauffeldt.de, auf Facebook  oder Instagram verfolgen.

Ich schicke dir einen Sonnenstrahl aus dem wunderschönen Süden Frankreichs, wo ich momentan spiele.

Deine Berit

Berit

15. September 2017

Wie mir Meditation hilft mit Verletzungen umzugehen

Das letzte Spiel der Saison, der letzte Punkt, da ist es passiert. Meine Volleyball-Saison in Südfrankreich war schon so gut wie vorüber als ich mir zwei Bänder der rechten Hand gerissen habe. Ich wollte zum Block springen und habe von unten gegen den Ellenbogen meiner Mitspielerin geschlagen.

Anfangs sah es eigentlich gar nicht so schlimm aus. Vor allem weil eh eine kleine Volleyballpause auf dem Programm stand, habe ich mir keine großen Sorgen gemacht, dass es bis zum Trainingsstart mit der Nationalmannschaft wieder verheilt. Aber als ich zwei Wochen später auf den Ball schlagen wollte, war mir klar, dass da noch etwas im Busch ist. Nach dem MRT war die Diagnose eindeutig und eine OP unausweichlich.

Nun ist es ja so, dass ich als Leistungssportlerin mit meinem gesunden Körper Geld verdiene und ein Ausfall von mindestens 10 Wochen auch immer ein gewisses Risiko mit sich bringt, nicht schnell genug wieder fit zu werden für die kommende Saison und die nächsten Turniere. Bei mir ging es zwar „nur“ um die Hand, aber trotzdem hatte ich ein komisches Gefühl. Es war erst das zweite Mal in meiner Karriere, dass ich eine längere Pause hinnehmen musste.

Vor allem die ersten Tage nach OP, wo die Narben noch frisch waren, musste ich die Füße echt still halten und bin dabei fast verrückt geworden. Ich wollte mich so gerne bewegen, auch weil ich unterbewusst die Angst verspürt habe, meine Form zu verlieren. Ich war unzufrieden mit der Situation, die Verletzung hat mich genervt und ich hätte am liebsten meine Hand ausgewechselt.

Und hier kommt meine Yoga- und Meditationspraxis ins Spiel. Schon lange ist mir klar, dass Körper und Geist eng miteinander verwoben sind. Gesundheit und Krankheit vom inneren und äußeren Körper sind spiegelbildlich. Und so wusste ich, dass ich mich auf die Suche machen musste nach dem wahren Grund, weshalb mir diese Verletzung passiert ist. Es wäre einfach die Ursachen im Außen zu suchen: der Gegner, die Mitspielerin, der Ball… Doch damit würde ich mich auch zum machtlosen Opfer degradieren. Ich glaube tatsächlich, dass jede Verletzung mir etwas sagen oder zeigen soll, mich auf etwas aufmerksamen machen soll, was mir bis jetzt verborgen war. Und so habe ich mich zur Meditation gelegt um in meinem eigenen Körper nach Antworten zu suchen.

Meditate

Ich musste ein bisschen wühlen und kramen, Schicht um Schicht zur Seite schieben, doch dann kam die Erkenntnis. Mit Hilfe dieser kleinen Verletzung sollte ich lernen ruhig zu bleiben, mich zu entspannen. Ich sollte meinen Körper nicht für das lieben, was er kann, sondern für sein „sein“. Irgendetwas in mir hatte sich genau das gewünscht und mich deshalb handlungsunfähig gemacht. Hand-Verletzungen haben immer etwas mit „Handlungen“ zu tun. Ich hatte den Ruf meiner Seele überhört, mal halblang zu machen, deshalb musste ich es auf die „harte“ Tour lernen. Als mir diese Erkenntnis kam, liefen mir ein, zwei Tränchen über die Wangen, weil ich so berührt davon war. Ich gebe zu, ich bin nah am Wasser gebaut, aber trotzdem war es ein schöner Moment.

Seit diesem Moment, hab ich die Sache gelassener gesehen, eher ein bisschen von außen beobachtet und wahrgenommen, was geschieht anstatt alles zu bewerten. In der Zwischenzeit habe ich ein Praktikum (ich studiere Sportpsychologie) gemacht und viel Zeit mit Freuden verbracht. Es waren unzählige Momente dabei, die ich als ewige Erinnerung in meinem Herzen verbucht habe. Ich habe Menschen kennen gelernt, die ich auf dem Volleyballfeld nie getroffen hätte und dafür bin ich unglaublich dankbar!!

Meditate_1

Someday everything will make perfect sense. So for now laugh at the confusion, smile through the tears and keep reminding yourself, that everything happens for a reason.” ~ Paolo Coehlo

Herzensgruß von Berit

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