Berit

Berit

Berit – Sportpsychologin und ehemalige Volleyball-Nationalspielerin

Der Sport hat schon immer mein Leben bestimmt, früher aus der Perspektive der Athletin. Ich habe versucht an meine Grenzen zu kommen, meine Emotionen zu kontrollieren bevor sie mich kontrollieren und gefightet für Medaillen und Pokale. Und heute, wo ich die Seite gewechselt habe, helfe ich jungen Sportlern mit genau diesen Erfahrungen, eine erfüllende Aufgabe.

Sooft habe ich erlebt wie das Team mit dem besseren Mindset gewinnt. Die Mannschaft, die es schafft völlig in dem Moment aufzugehen, sich hinzugeben und völlig im Fluss zu sein. Das lässt sich gar nicht in Worte fassen, aber jeder der es einmal erlebt hat, weiß wovon ich spreche, Körper, Geist und Seele schwingen im gleichen Rhythmus - herrlich.

Und an dieser Stelle kommt auch Yoga für mich ins Spiel. An einem dunklen Punkt meiner aktiven Karriere, als ich dachte, dass dieser ständige Druck zu performen, das viele Training, die Ansprüche, denen ich gerecht werden muss, nichts für mich sind. Genau in diesem Moment habe ich Yoga entdeckt - oder umgekehrt, wie man's nimmt.

Anfangs habe ich mich mit YouTube durch die Asanas geatmet, dann habe ich die Artenvielfalt von Yoga entdeckt, von Aerial über Bikram, Anusara, Vinyasa und Jivamukti. Mittlerweile bin ich ausgebildete Vinyasa Yoga Lehrerin und möchte keinen Tag mehr ohne meine morgendliche Meditation sein. Es komplettiert mich und ist ein treuer Begleiter auf meinem Weg zu meinem besten Selbst geworden.

BeeAthletik-Botschafterin bin ich, weil es eine tolle Plattform ist, die das Beste der Marken vereint und nicht zuletzt: weil ich Leggings liebe. Ich bin unheimlich stolz Teil dieser Gruppe von tollen, einzigartigen Menschen zu sein, die den Online-Shop so besonders machen.

Wenn du mehr über mich wissen möchtest, kannst du gerne meinen wöchentlichen Newsletter auf meiner Website www.beritkauffeldt.de abonnieren oder mir auf Instagram folgen.

Herzensgruß von Berit

Berit

23. August 2020

Warum Selbstbewusstsein keine gute Idee ist

… und das aus dem Munde einer ehemalige Leistungssportlerin.

Ständig hören wir „Sei doch mal ein bisschen selbstbewusster“, „Der hat gewonnen, weil er einfach mehr von sich überzeugt war“ oder „Trau dir doch mal was zu“ usw. Die Welt möchte selbstbewusst sein und sich unbesiegbar fühlen und redet dir ein, dass auch du dich so fühlen musst, um etwas zu erreichen – nun ist es aber so, dass wir uns manchmal einfach nicht selbstbewusst fühlen – was nun? Mich schlecht fühlen, weil ich wieder nicht genug selbstbewusst bin? Das ist der Beginn eines Kreislaufes…

Doch ein kurzer Schwenker zur Begriffsbestimmung. Das verwirrende ist nämlich, dass wir mit „Selbstbewusstsein“ ja nicht einfach nur meinen, sich seiner selbst bewusst zu sein, sondern viel mehr, dass wir ein Bild von uns haben, dass schillernd, wertvoll, erfolgreich und schön ist. Eine Bewertung unser selbst also.

Diese Bewertung erlangen wir aus dem Vergleich mit anderen oder aus der Rückmeldung, die wir bekommen, d.h. du stehst selbstbewusst zu deiner Figur, wenn deine Kollegen 10 kg mehr wiegen und du empfindest dich als tolle Karrierefrau, wenn dein Chef dich für deine außergewöhnlich kreative Arbeit lobt. Das hat nur leider zwei Nachteile. Zum einen, wir müssen andere herabstufen, um uns selbst besser zu fühlen. „Ich arbeite besser als die meisten hier.“ “Ich habe eine bessere Figur als meine Kollegen“ usw.

Das ständige Vergleichen und Bewerten entfernt uns eher voneinander, als das es uns näher zusammenrücken lässt… Ist es das wirklich wert?

Und der zweite Nachteil: es ist nicht immer jemand da, um dich zu loben oder mit dem du dich vergleichen kannst. Oder noch schlimmer, dein Vergleich fällt negativ aus oder jemandem gefällt nicht, was du tust. Und nun? Fühlst du dich schlecht oder gibst auf? - Das Fundament von Selbstbewusstsein ist wackelig und immer gefährdet einzustürzen. Das hast du bestimmt schon am eigenen Leib erfahren.

ABER. Gute Neuigkeiten. Es gibt eine Lösung. Und die heißt Selbstmitgefühl (≠ Selbstmitleid, Selbstverliebtheit oder Egoismus) und glaub mir, du unterschätzt die Power. Denn beim Selbstmitgefühl geht es um keine Bewertung, um kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch. Es geht vielmehr darum, freundlich mit uns selbst zu sein. Weil wir verletzliche, wertvolle Menschen sind – jeder von uns. Es geht vielmehr darum den ganzen Mist anzunehmen, zu begrüßen und zu umarmen und nicht ihn auf jemand anderem abzuladen. Und DAS bringt uns näher zusammen. Und DAS ist immer eine Stütze, BESONDERS dann, wenn wir scheitern. Und DAS ist eine gesunde Quelle eines positiven Selbstbildes.

Positiver Nebeneffekt: wenn wir im besseren Kontakt zu uns selbst sind, dann rücken auch die anderen näher.

Jetzt bleibt noch die Frage, wie wir mehr Selbstmitgefühl erlangen können. Nun, dafür gibt es unzählige Selbsthilfebücher, Online-Kurse und YouTube-Tutorials, doch ich habe drei magische Fragen, die sofortige Besserung versprechen. Gerne dürfen die Antworten aufgeschrieben werden.

-> Wem geht es genauso wie mir? Letztendlich sitzen wir alle im selben Boot und ständig geht es jemandem so wie uns selbst. Werde dir bewusst, dass du nicht allein in deinem Leiden bist, sondern nur ein kleiner Teil der Menschheit.

-> Was würde ich meinem besten Freund in dieser Situation raten? Sei freundlich zu dir und versuche mal, mit dir selbst so zu sprechen, wie du es mit deinen Liebsten tust.

-> Wie würde ein unbeteiligter Beobachter das Geschehen sehen? Versuche mal objektiv auf die Sache zu schauen, auf das was passiert ist und auf die Gefühle, die du fühlst und die Gedanken, die du denkst.

Wenn ich Selbstbewusstsein und Selbstmitgefühl personifizieren sollte, dann wäre das Selbstbewusstsein ein strenger, unbarmherziger, manchmal unfairer Lehrer mit einer Rute in der Hand. Ich gehorche zwar, aber so richtig Spaß macht es nicht. Sein Lob und seine Aufmerksamkeit gefällt mir zwar, aber zu welchem Preis?

Während das Selbstmitgefühl eher mein bester Freund ist, fürsorglich, um mein bestes bemüht und immer für mich da. Der von der Sorte, für die ich durchs Feuer gehen würde.

Und wen möchtest du an deiner Seite haben?

Deine Berit

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