Sebastian

Sebastian

Mein bisheriges Leben war geprägt von der Leichtathletik … zunächst als Sportler und jetzt als Trainer. In der Leichtathletik geht es oftmals nur um das Erreichen der schnellsten Zeit, der größten Höhe oder weitesten Weite – also um die reine Leistung und weniger darum, der bessere Athlet zu sein. Lange Zeit war ich damit mehr oder weniger erfolgreich, zumindest auf nationalem Niveau. Einige Top 3 Platzierungen bei deutschen Meisterschaften und Einsätze in der Nationalmannschaft blieben die sportlichen Highlights. Nach vielen Jahren, in denen ich nur der Leistung verschrieben war, erwachte irgendwann der Drang, ein Athlet zu werden der viel mehr kann als nur über eine Stange springen. So habe ich mich damit beschäftigt, meinen Körper besser kennen zu lernen und das übliche ‚mehr-ist-mehr‘ Denken abzulegen.

Dies war in einer Zeit, in der mir schon viele Leute geraten hatten, meine aktive Laufbahn zu beenden, da Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis standen. Es sei langsam an der Zeit über die Karriere nach dem Sport nachzudenken. Sie hatten natürlich Recht, aber ich selbst war einfach noch zu ‚heiß‘ auf Springen und trainieren und mich vor allem körperlich Weiterzuentwickeln – was im Althletenalter von 30 Jahren (nach mehr als 20 Jahren Hochsprung) schon eine Aufgabe ist. Im Zuge dessen habe ich mein Training nochmal angepasst und viel mehr auf meinen Körper gehört und seit dieser Zeit ist Yoga ein täglicher Begleiter meines Trainings geworden, meist in 30minütigen Einheiten direkt nach dem Aufstehen.

Diese Körperpflege, gepaart mit Eisbädern, der Blackroll und viel Stabilitätstraining tat meinem Körper nach 10 Jahren intensiven Trainings sehr gut. Das Ergebnis – ich konnte nochmal eine neue Bestleistung erzielen und fand mich auf einmal an Platz drei deutschen Bestenliste wieder. Kurz vor der deutschen Meisterschaft kam dann jedoch der ‚Leistungsaspekt‘ wieder durch, da ich meine gute Ausgangsposition nutzen wollte und ich habe mich leicht verletzt. Aus dieser leichten Verletzung ist durch falschen Ehrgeiz in Laufe der Zeit ein Bandscheibenvorfall geworden, aufgrund dessen ich, zusammen mit einem tollen Jobangebot, meine Karriere beendet habe. Mittlerweile bin ich wieder voll belastbar und springe ab und zu mit meinen Athleten zusammen.

Yoga und Körperpflege sind nach wie vor ein fester Bestandteil und tragen dazu bei, dass älter werden irgendwie gar nicht so schlimm ist … hoffentlich bleibt das auch so :)

Die Verbundenheit zu Bee liegt in unserer gemeinsamen Heimat und mit MrAthletica teile ich das Bestreben, Yoga und dessen positive Wirkungen weiter zu verbreiten – vor allem unter den eher yogascheuen Männern … und das nicht nur im Leistungssport.

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