BeeAthletica

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29. April 2012

Lesson learned

"Startplatz für Sprintdistanz in Buschhütten zu verschenken!" Den ganzen Sonntag schon überlege ich, ob ich diesen Satz nun endlich auf Facebook poste und damit meinem ersten, so freudig und ehrgeizig entgegentrainierten, Triathlon 2012 endgültig eine Absage erteile. Es ist  noch genau eine Woche bis zum Wettkampf und wenn sich meine Bronchitis mit allem Drum und Dran nicht bis spätestens Mittwoch aus meinem Körper verabschiedet, wäre es blanke, von irgendwelchen Mächten getriebene, Unvernunft daran teilzunehmen. Ja, ich weiss ... es ist KEIN Drama, ich bin KEIN Profi und Sprintdistanzen gibt es im Sommer an jedem Wochenende. Mehrfach... Und trotzdem: Ich bin gefrustet und irrsinnig traurig!! Ich liebe dieses Event mit seiner spiegelglatten und schnellen Radstrecke so sehr und habe zudem wunderbare Erinnerungen an den Wettkampf im vergangenen Jahr. Noch dazu die tolle Atmosphäre, die durch den anschliessenden Saison-Auftakt für die Profis auf gleicher Strecke eine ganz besondere Spannung in sich trägt.

Alles hätte so gut laufen können. Ich bin prima über den Winter gekommen und war im Frühjahr sogar zweimal im Trainingslager. Beste Voraussetzungen also. Oder vielleicht doch nicht??? Denn W A R U M  war ich sofort nach den 10 wunderschönen Tagen im Roadbike-Triathloncamp auf Zypern zwei Wochen krank und jetzt am ersten Tag nach Mallorca schon wieder? Sind Trainingslager wirklich der vielbesagte Ausnahmezustand, der wohl vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden muss? Sollte man also morgens nicht schon um 4 am Laptop sitzen, um das geliebte Business 'away from home' mit gleicher Intensität und Leidenschaft zu pflegen? Und wahrscheinlich hilft es auch nicht, den Flieger zu verpassen :-(((, um dann den nächstmöglichen mittten in der Nacht nehmen zu müssen.... lack of sleep, Klimaanlagen und 2 Liter Kaffee sind bestimmt nicht das, was der Körper braucht, um mit dem 'verschärften' Trainingsumfang umgehen zu können. Vielleicht, versuche ich mir einzureden, ist es aber auch nur ein unglücklicher Zufall, dass beide Male meine Familie krank war, wenn ich nach Hause kam und ich mich ja wohl oder übel anstecken musste:-(! Right?? Ach, ich weiss es doch auch nicht, aber irgendeinen Zusammenhang muss es geben. Wahrscheinlich möchte ich einfach nicht wahrhaben, dass mein Immunsystem durch das anstrengende Training und den Klimaumschwung geschwächt wird, denn in den Trainingslagern fühle ich mich immer bestens. Wie könnte ich auch nicht? Da sind Gruppendynamik, Sonne und so tolle Strecken, dass man die Zeichen des Körpers vor lauter Freude und Ehrgeiz wohl einfach überhört und wer verzichtet schon freiwillig auf echten Schweiss, Höhenmeter und verbrannte Kalorien, wenn man weiss, dass es zuhause erstmal wieder 'Rollentraining' heisst?

Wie auch immer ich es drehe und wende, versuche mich mir zu erklären und mir mein Überpacen schön zu reden, Fakt ist, dass ich dieses Jahr ein Lektion am eigenen Körper gelernt habe, von der ich bis dato immer geglaubt habe, dass es Panikmache ist und -wenn überhaupt- nur Anderen passiert. Trainingslager sind NICHT einfach nur ein bisschen mehr Radfahren in sonnigen Gefilden, sondern echte Arbeit für Körper und Geist, die sich nur dann positiv auswirken kann, wenn man weiss wo die eigenen Grenzen liegen und versteht dem Kopf die Balance aus Übermotivation und Erschöpfung klarzumachen. Gesundheit ist eben die erste und wichtigste Disziplin im Triathlon - genau wie im richtigen Leben!

 

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