BeeAthletica

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27. Juli 2013

Bitte recht freundlich

Knapp eine Woche bin ich nun wieder zurück in 'good old London'. Nach zwei Monaten zwischen hessischen Dörfchen und österreichischen Postkarten-Orten ein ziemlicher 'shock to the system', aber mehr noch als die 'it's a prince'- Manie hier, gibt mir ein Phänomen in meiner Lieblings-Sportart zu denken. Aufgefallen ist es mir auch schon letztes Jahr, aber nicht in dieser Deutlichkeit wie heute auf meinem dreistündigen Koppeltrainings-Ride durch die Surrey Hills. Es geht mir um die Rennrad-Etikette.

In Deutschland und Österreich habe ich zu Beginn dieses Sommers noch freundlich jeden an mir vorbeiziehenden oder entgegenkommenden Radfahrer gegrüßt, denn so kenne ich es aus England. Man scheint es aber zwischen Salzburg und Köln einfach nicht zu tun. Statt eines Kopfnickens oder zwei abgespreizten Fingern - von einem Lächeln will ich gar nicht erst anfangen - kam nichts zurück. Einfach NICHTS. Ausser totaler Ignoranz. Was ist das? Sind wir Deutsche zu cool, zu konzentriert oder gar zu fertig vom Training für zwei Sekunden freundlichen Blickkontakt mit unseren Leidenschaftsgenossen? Wir alle lieben unsere Räder und unsere wunderbare Heimat, die uns zusammen schon tausende von traumhaften Kilometern beschert haben. Was spricht also dagegen zu jemandem freundlich zu sein, der diese Liebe teilt? Einfach so, weil wir uns freuen, dass jemand diesen tollen Sport betreibt.

Die Engländer scheinen in Sachen Kollegen-Kommunikation wirklich schon weiter zu sein. Ja, vielleicht haben sie im Moment im Radsport auch mehr zu lachen mit den besten Rad-und Triathlonprofis der Welt aus ihrer Heimat, aber hey, ist das wirklich ein Grund für uns motzig durch die Lande zu fahren? IT MAKES SUCH A DIFFERENCE. Zumindest für mich. Heute sind mir bestimmt 200 Rennradfahrer begegnet, darunter auch bedeutend mehr Frauen als in Deutschland :)) und mindestens 95% haben freundlich gegrüßt. Vom sonnengegerbten Oldfolk über heißspornige Club-Rider bis hin zum lonesome Triathlet. Da wird genickt, gelächelt, gefingerzeigt und ganz oft sogar wirklich gegrüßt, mit 'Morning' und 'You 're right?' ganz oben auf der Freundlichkeits-Hitliste.

Warum versuchen wir das nicht einfach auch mal in Deutschland? So macht unser wunderschöner Sport doch noch viel mehr Freude. Ein Lächeln kostet nichts, gibt aber so unsagbar viel...

In diesem Sinne: Have a 'Smiling Weekend',

Deine Bee

 

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