Bessima

Bessima

10. April 2019

Carpe Diem und so...

Kennt Ihr das? Wenn man mit irgendetwas im Kopf heftig beschäftig ist, ist man dem im Alltag viel bewusster gegenüber. Bist Du frisch getrennt, siehst Du natürlich nur glückliche Paare, überlegst Du ein Baby zu bekommen, läufst Du nur noch Schwangeren über den Weg, wenn man abnehmen möchte, bekommt man nur noch Kuchen-Einladungen – you get the picture.

Ich grüble schon länger über eine kleine Auszeit nach und habe ewig diskutiert... also nur mit mir und auch nur in meinem Kopf - bis sich die Zeichen eben gehäuft haben. Dann noch Krankheiten im Freundes- und Familienkreis und nicht zuletzt der Buchtitel „Das Leben ist zu kurz für später“. Ich habe das Buch gar nicht gelesen und stelle mir auch nicht vor, nur noch ein Jahr zu leben... aber trotzdem habe ich nun mit meinem Chef gesprochen und einen längeren Urlaub beschlossen: vier Monate reise ich im Sommer durch die Welt.

Weder habe ich ein Burn-Out, noch bin ich kurz davor. Es gibt also keinen wirklichen Grund – außer „ich möchte das jetzt“. Und das ist doch eigentlich der wichtigste Grund, oder?! Ich möchte einfach mal kein so durchgetaktetes Leben haben, mir endlich Kalifornien, Hawaii, Japan und auch Mexiko und Costa Rica angucken - und das ganz ohne Stress.

Nagut – vielleicht hat es auch mit der Tatsache zu tun, dass ich gerade 40 geworden bin... aber ich finde, nachdem ich nun schon seit über 20 Jahren arbeite, habe ich mir einfach mal ein wenig FREI verdient. Egal, was andere denken oder sagen!

Ich möchte das Reisen nämlich nicht „bis zur Rente“ aufschieben... zumal ich meiner Oma auch immer sage, dass ich dann endlich den Schwarzwald besuchen werde (Bessima, musst Du immer in die weite Welt? Deutschland hat so schöne Ecken, die Du auch noch nicht kennst.).

Es ist nicht so, dass ich nicht zufrieden bin mit meinem Leben. Aber im Alltag ist es doch oft so, dass wir uns um vieles und viele kümmern... nur zu wenig um uns selbst. Was erwartet meine Umwelt von mir, was muss ich noch erledigen etc. etc.

In diesen vier Monaten möchte ich gar nichts müssen – außer zu genießen! Nur das machen, was ich wirklich möchte und eben nicht das, was von mir erwartet wird. Versteht mich nicht falsch: ich bin gern für meine Lieben da, liebe mein Yoga und das Unterrichten und auch mein Job macht mir Spaß... aber Reisen, fremde Kulturen, neue Länder und anderes Essen eben auch.

Ich möchte versuchen, vier Monate nur auf mein Herz zu hören. Mal gucken, wie das so läuft. Denn eigentlich mag ich meine Routinen, Struktur und mein Hamburg ja... Klar ist also, dass meine Reise nicht immer ohne Unsicherheit oder Zweifel sein wird. Aber es deswegen nicht zu machen? Nö!

Vielleicht liegt es an meiner Yoga-Ausbildung und dem (teilweise... da ist noch Luft nach oben) bewussteren Umgang mit mir selbst... aber ich habe schon seit einiger Zeit aufgehört, Dinge zu machen, die ich vielleicht sonst gemacht habe oder hätte.

Das fängt mit Büchern an, die ich einfach nicht weiter lese, wenn sie mich langweilen oder aufhören zu interessieren. Menschen, die ich nicht mehr treffe, nur weil wir eine gemeinsame Vergangenheit haben oder eben längere Reisen erst für die Rente planen. Auch bei meinen Routinen bin ich flexibel, wie ich ja nicht müde werde zu erwähnen.

Denn ganz ehrlich: wem bringt das was? Mir jedenfalls nicht. Im Gegenteil. Ich bin gefrustet, ärgere mich über die verlorene Zeit und die Sturheit von Menschen – von meiner eigenen ganz zu schweigen.

Ende Mai geht es schon los. Der Plan ist noch etwas grob – aber auch das ist toll.

Es bleibt also spannend – und wenn Ihr mögt, folgt mir gern auf Instagram und meinem Blog (der noch in Arbeit ist) oder freut Euch auf meinen nächsten Bericht.

Vielleicht aus Costa Rica.

Habt es schön und genießt das Leben.
Eure Bessima

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