Isabel

Isabel

06. Juni 2019

Unleash the Power within - Tony Robbins

Also, wenn ich 1000-5000 Euro in die Hand nehme, um den Superstar-Coach Tony Robbins live in London zu erleben, dann heißt das nicht, dass ich da unkritisch hingehe – aber ich habe ein paar erstaunliche Sachen bei einem echt verrückten Event gelernt. Ein paar Einsichten und Erfahrungen möchte ich hier mit Euch teilen,

Zur Info: Unleash The Power Within wird wie Tony Robbins gerne mal in die Motivations-Ecke gestellt – ziemlich 2002, nicht wahr? Das greift aber sehr kurz. Ich habe einen vier Tage dauernden Wahnsinn aus Tanzen, Schreiben, Lernen, Hüpfen, Schütteln, Schreien und Meditieren erlebt, der ganz schön was in Gang gesetzt hat:

-Ich bin für meine Stimmung und meine Einstellung selber verantwortlich – und das kann ich auch sein. Denn jeder kann seine Physiologie binnen von Sekunden ändern. Machen muss man es halt.

- Es ist so bequem, dass die Anderen Schuld sind. Man kann sich im Selbstmitleid suhlen: Immer sind es die Anderen oder die Außenwelt, die verhindert, sein Leben kräftig in die Hand zu nehmen. Das macht weniger Arbeit, als endlich voll für sich einzustehen und die Ärmel hochzukrempeln. Es bringt nur nichts - außer Jammern.

-Steh´ für Dich auf, hebe Deine Standards ordentlich an, denn Dir passiert, was Du tolerierst! Ja, es liegt an Dir. Wollte ich auch nicht hören. Dann stand ich vor glühenden Kohlen und dachte: „Äh, da soll ich drüber laufen?“ Ja, da läufst Du genauso drüber (mit entsprechender Vorbereitung) wie Du bitte in Deinem Leben für Dich einstehst. Das hat nichts mit Zicke, sondern mit Sich-Selbst-Bewusstsein zu tun.

-Ja, es ist albern, dauernd zu grinsen und schmissige Musik zu hören, um dazu wie irre zu tanzen. Aber trübe rumsitzen, sich bei Freunden über alle Probleme zu beklagen und ein Zitronengesicht zu ziehen macht mehr Sinn?

-Glaubenssätze sind richtig üble Genossen. Und sie gehen von ein bisschen Beschäftigung mit ihnen nicht weg, da müssen ein paar kräftigere Geschütze her, damit wir uns selber nicht ständig ein Bein stellen. Meditation, neue und wahre Mantras und Glaubenssätze müssen her – und man muss sich mal klar machen, wie sich der alte Sch… wirklich anfühlt, den man sich da dauernd erzählt.

So. Es dürfte durch diese Mikro-Zusammenfassung klar sein: Es geht hier nicht nur um Tschakka schreien und dann ist alles gut. Tony Robbins ist außerdem Yogi und ein echter Energie-Arbeiter – sehr faszinierend.

Worüber ich gestaunt habe, um auf meine Einleitung zurückzukommen:
Dieses Event geht wirklich tief, obwohl da 11.000 Menschen zusammenkamen (und man meinen könnte, da würde eher oberflächlich etwas passieren). Nur: Einige meiner PartnerInnen, mit denen man immer wieder Übungen beispielsweise zur Neuro-Psychologie macht, wollten einfach nicht tiefer. Da steht man sich gegenüber, kennt sich nicht (kann also echt auspacken), hat Geld, Zeit und Kraft investiert, an UPW teilzunehmen – und lässt dann derartige Allgemeinplätze vom Stapel, dass ich mich frage: Warum verschwendest Du Deine Zeit?
Machen wir manchmal solche Seminare, um unser Gewissen zu beruhigen? Hey, ich war dort, jetzt habe ich den Job erledigt. Nein, der Job passiert im Inneren, nicht, weil man nach London fliegt und rumsteht.

Kaum waren drei von vier Tagen rum, ging es an den Kaffeetischen auch schon los: Warum bei diesem und jenem Tony Robbins doch nicht so Recht hat, warum das alles eigentlich nur eine riesige Geldmaschine sei und überhaupt. Gossip. Bullshit. Nennen wir es beim Namen. Ja, es wird dort viel verkauft – aber niemand wird gezwungen, das auch zu tun. Freier Wille ist ein großes Thema in der ganzen Tony-Robbins-Philosophie, dass man nichts einfach annehmen solle, was er sagt. Nur weil er es sagt. Hm, ich höre also etwas, was mir nicht passt, also lehne ich alles ab? Interessantes Ausweichmanöver.

Was mich fast am meisten berührt hat: Social Media und die ganze Online-Welt sind super. Ohne sie wäre ich nie in London bei Unleash The Power Within gelandet. Aber nichts geht über das echte Erleben von Menschen und ein wirkliches Gespräch. Ich habe so tolle Menschen kennengelernt, die mir teils unglaubliche Geschichten erzählt haben – und die vor ein paar Jahren echt am Boden waren. Und dann mit voller Kraft voraus wieder ins Licht getreten sind. DAS werde ich immer bewahren und mich daran erinnern, wenn ich das Gefühl habe: Jetzt geht`s irgendwie nicht mehr weiter. Denn es gibt immer immer immer einen Weg. Auch wenn wir ihn NOCH nicht sehen.

Deine Isabel

Interesse an Tony Robbins?
Es gibt viele Bücher von ihm, am besten lernt man seine Arbeit aber über die Netflix-Doku „I am not your guru“ kennen – inspirierend und berührend.

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