Jonas

Jonas

04. März 2019

Selamat pagi dari Bali

Es kommt mir vor als wäre es gerade erst gestern gewesen. Vor knapp zwei Jahren betrat ich das erste Mal den Sita Shala bei The Practice auf Bali - das Gebäude fast ausschließlich aus Bambus gebaut, der große Shala mit dunklem Holzboden und Blick auf das benachbarte Reisfeld. Schlichtweg atemberaubend!

Auch wenn ich im Voralpenland aufgewachsen bin und die Berge liebe, hat das Meer schon immer eine besondere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Wenig überraschend also, dass ich damals im Opening Circle meines 200h-Teacher Trainings als eines meiner Ziele für das Training ‚I wanna figure out how to be able to live close to the ocean’ angab. Ich dachte mir, dass zwei ersthafte Ziele für das Training genug seinen und ich mein drittes besser für die allgemeine Erheiterung nutzen sollte. Man hat ja bekanntlich nur eine Gelegenheit einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.

Kurz bevor ich vor knapp drei Monaten erneut nach Bali aufbrach, diesmal für ein 300h Training bei The Practice, informierten mich die Gründer des Startups bei dem ich in Berlin tätig war, dass es notwendig wäre, die Strategie des Unternehmens zu ändern.

Das Einzige, was bei mir in diesem Moment ankam: ‚Wir müssen uns von euch trennen.’

Nicht gerade die Neuigkeiten, die man sich wünscht, wenn man sich seinen Jahresurlaub aufgespart und Überstunden angehäuft hat, um sich für zwei Monate nach Bali aufzumachen. Eigentlich wollte ich komplett in die Yogawelt eintauchen und keine Gedanken über meine berufliche Zukunft machen müssen.

Wo sich jedoch bekanntlich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere. So kam es, dass mich nur wenige Wochen später die Gründer ‚meiner’ Yogaschule fragten, ob ich es mir vorstellen könnte, nach Bali zu ziehen um an ihrer Schule zu unterrichten. Eine große und wichtige Entscheidung, die jedoch recht schnell getroffen war. Meine Freundin und ich wollten sowieso mittelfristig Berlin verlassen und sie hatte auch keinerlei Einwände gegenüber einem Leben auf Bali. Ich sagte zu!

Photocredit: The Practice Bali

 

Es folgte kurzer und intensiver Ritt durch die deutsche Bürokratie, gepaart mit einem Weihnachts-, Neujahrs- und Abschiedsfest. Seit einigen Wochen bin ich nun zurück auf Bali, trage kurze Hosen und maximal T-Shirt und Flipflops und habe vermutlich einen der schönsten Arbeitsplätze, den man sich vorstellen kann.

Ein solcher, drastischer Tapetenwechsel zieht zwangsläufig auch einen Perspektivwechsel nach sich. Ein erfülltes Leben sieht plötzlich ganz anders aus. Wenn alles Hab und Gut in ein Gepäckstück passen muss, trennt sich schnell die Spreu vom Weizen und man erkennt, dass es eigentlich die immateriellen Dinge sind, die einem die größte Freude bereiten.

Photocredit: Maya David

 

Was nach meiner Zeit auf Bali kommen wird? Ich weiß es nicht. Üblicherweise bin ich äußerst umtriebig mit 1000 Projektideen zwischen Ausdauersport, Technologie, Marketing und Yoga. Meine Arbeitserlaubnis in Indonesien erfordert allerdings, dass ich mich voll und ganz auf meine Tätigkeit bei 'The Practice' beschränke. Ich sehe das jedoch als Einladung, diesmal tatsächlich voll und ganz in die Yogawelt einzutauchen und meinen Alltag der Yogapraxis und –theorie zu widmen. Und auch in ein paar Jahren werden sich erneut Türen öffnen.

Ich werde Euch aber auf dem Laufenden halten!

Hari Om

Jonas

Mehr zu Yoga und dem Leben auf Bali wöchentlich auf www.acebe.de

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