Luisa

Luisa

20. April 2014

What is love?

In den letzten beiden Jahren habe ich so unendlich viel über Liebe sinniert und dabei das Thema Beziehung ins kleinste Detail zerlegt. Wer ist der Richtige für mich? Was macht eine glückliche Beziehung aus? Woran erkenne ich, dass ich einen Menschen besser loslassen sollte? Diese Fragen (und noch unzählige mehr) haben es doch tatsächlich geschafft, dass ich Liebe plötzlich nur noch im Kopf wahrgenommen habe (Geht das überhaupt?!). Es war, als ob ich den Zugang zu meinem Herzen völlig verloren hätte und den Weg in ein anderes über meinen Verstand suchen würde.

Es liegt nahe, dass in dieser kopfgesteuerten Zeit das Urteil anderer eine große Rolle für mich spielte. Ich erwartete von meinem Umfeld, dass es mir Fragen beantwortete, die sich mein Geist stellte, auf die ich selbst aber keine Antwort fand. Dass ich damit meine Intuition und Herzensstimme vollkommen entmachtete, wurde mir erst später bewusst. Zu dem Zeitpunkt, als die Sackgasse im Kopf ihr Ende nahm und ich umkehrte. Zurück an den einen Ort, wo alle Antworten liegen: in der Tiefe meines Herzens.

Dort angekommen habe ich mich so leicht wie noch nie gefühlt, frei und unabhängig, weil ich niemanden mehr brauchte, der mir sagte, wer zu mir passt und wer nicht. Ich erkannte nämlich, dass zunächst einmal gar niemand zu mir passen konnte – weil ich selbst noch gar nicht zu mir passte. Mein Herz war eine Baustelle, und ich hatte endlich verstanden, dass ich daraus erst ein Haus mit einer Türe bauen muss, um jemanden eintreten lassen zu können.

In diesem Prozess begann ich ganz langsam, wieder mit dem Herzen zu sehen, die vielen Gedanken und Sorgen zu erkennen, die gerade wir Frauen uns oftmals in Bezug auf Liebe machen. Mit dem Geist, versteht sich. Wir lassen uns von Verletzungen der Vergangenheit einschüchtern („Wenn er genauso wie...“) oder von Projektionen der Zukunft leiten („Was wenn er...“). Dabei merken wir nicht, dass wir unser persönliches Glück von einem anderen Menschen abhängig machen. Wir erwarten, dass jemand anders uns glücklich macht und das kompensiert, was wir uns selbst nicht geben können. Dass Erwartungen grundsätzlich nur enttäuscht werden können und den Fluss des Lebens unterbinden, liegt auf der Hand. Ebenso wie die Tatsache, dass diese Form des Miteinanders niemals eine aufrichtige Beziehung darstellen kann: Wir „be-ziehen“ nicht das, was da ist, sondern versuchen, den anderen zu „ver-ziehen“.

Wer beginnt, sich selbst zu lieben, der fängt auch an, ein Gegenüber bedingungslos und erwartungslos zu lieben. Auch wenn eine konstruktive Beziehung ein schmaler Grad zwischen „den Partner genau so sein zu lassen, wie er ist“ und „an der Liebe arbeiten“ darstellt, ist eine Sache doch entscheidend: Dass wir vollständig präsent in der Gegenwart lieben. Wir können nicht wissen, wohin uns unser Herz morgen führen wird. Wir sollten aber auch erkennen, dass unser Herz verzeihen und die Vergangenheit los lassen möchte, um im Jetzt frei zu sein. Es ist einzig und allein der Geist, der diese verflüchtigten oder ungewissen Anhaltspunkte braucht.

Was also ist Liebe? Ich glaube, dass sie keine Frage, sondern immer die Antwort ist – von der Stimme unseres Herzens gesprochen.

Eure Luisa

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