Alex

Alex

12. April 2016

Wenn der Kopf schmerzt – und wie ich mir mit Yoga helfe.

Kopfschmerzen - fast jeder von uns hatte wohl schon mal damit zu kämpfen. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung haben nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft innerhalb eines Jahres regelmäßig Kopfschmerzen. Frauen sind häufiger als Männer davon betroffen.

Auch ich hatte und habe ab und an Kopfschmerzen – und ich muss zugeben: Es gab eine Zeit, in der habe ich eher eine Schmerztablette genommen, als mir Gedanken darüber gemacht, wo sie eigentlich herkommen. Es gibt sicherlich viele Ursachen von Kopfschmerzen und es ist nicht mein Anliegen, eine Patentlösung zu geben. Ich möchte euch aber von Herzen gern meine Erkenntnisse mitteilen und vielleicht findet ihr für euch ja einen ähnlichen Lösungsansatz wie ich.

Meist waren sie morgens schon da, meine Kopfschmerzen, und begrüßten mich freundlich nach dem ersten Augenaufschlag. Meine erster Gedanke war: Heute kann ich sie beim besten Willen nicht gebrauchen – das machte die ganze Geschichte natürlich nicht wirklich besser. Vor meiner Zeit als Yogalehrerin war für mich klar: So kann ich nicht ins Büro fahren – also habe ich meist eine Tablette genommen, schließlich wollte ich am Abend ja auch noch ausgiebig trainieren. Ich hatte also schlichtweg keine Zeit für Kopfschmerzen.

Als ich meinen alten Job gekündigt habe und meine Liebe zur Bewegung zum Beruf gemacht habe, waren sie lange Zeit verschwunden. Ich dachte: Super, ich bin geheilt. Ist ja auch klar: Stressfaktor weg, Kopfschmerzen weg. Tja, und dann kamen sie plötzlich wieder. Erst nur einmal kurz, dann immer mal wieder und meist immer dann, wenn ich sie gar nicht gebrauchen konnte – wenn zum Beispiel auch das Wochenende mit einem Workshop verplant war. Zuerst habe ich die Situation weniger erfolgreich ignoriert und ein paar halbherzige Yogaübungen gemacht. Als ich dann mit Widerwillen noch mal eine Schmerztablette genommen habe, hat es aber zum Glück Klick gemacht in meinem Kopf.

Warum waren sie wieder da? Gab es vielleicht Parallelen zwischen meiner Bürozeit und heute? Ich habe mich auf die Lauer gelegt und spürte auf einmal den Auslöser für meine Kopfschmerzen. Ich verkrampfte. Und ich spürte, wie sehr ich verkrampfte. Ab diesem Zeitpunkt beobachtete ich mich selbst und ich war erstaunt, wie oft ich in dieses Muster verfalle. Ich merkte, dass ich immer dann verkrampfte, wenn ich viel schaffen wollte, wenn ich etwas besonders gut machen wollte und wenn mir die nötigen Ruhepausen fehlten. Immer dann gerate ich auch heute noch in dieses Muster, das sich auf zwei Ebenen bemerkbar macht: Im Kopf entsteht ein Anflug von Panik, dass ich etwas nicht schaffen könnte und mein Körper wird in der Schulter- und Armregion und im Kiefergelenk fest und verkrampft – und dann sind sie auch schon bald da, meine Kopfschmerzen.

Bewege ich mich in diesem Muster, spüre ich förmlich, wie ich meine Hände zu einer Faust balle, meine Arme fest werden und ich die Zähne aufeinander beiße. Ich war erschrocken, wie oft und in welchen Situationen dieses Muster auftaucht – selbst jetzt beim Schreiben dieser Zeilen, meinem Perfektionismus sei Dank. Man darf sich vorstellen, dass die typische Haltung am PC oder im Büro die körperliche Situation noch um ein Vielfaches verstärkt. Da sitzen wir ja im wahrsten Sinne des Wortes auch noch fest. Aber es betrifft nicht nur Menschen mit sitzender Tätigkeit. Diese Anspannungshaltung kennen wir sicherlich alle – wir sind es ja gewohnt und so erzogen worden, zu machen und Leistung zu bringen, anstatt uns ganz oft auch einfach mal zurück zu lehnen. Und dabei ist genau das die Lösung!

Ich habe für mich das beste Heilmittel gefunden, wie ich meinem Kopfschmerz-Muster entkomme. Immer, wenn ich anfange „zu beißen“, hole ich mich für ein paar Momente ganz bewusst aus der Situation raus (das funktioniert auch im Büro, einfach mal kurz zur Toilette gehen!), lehne mich zurück und gebe meinen Körper und vor allem meinen Schultern, Armen und Händen und meinem Kiefer die Möglichkeit, zu entspannen. Kurz gesagt: Ich lasse los. Und dann atme ich ein paar Mal tief ein und aus – und das wirkt bei mir schon Wunder. Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn ich spüre, wie entspannt sich mein Kiefergelenk anfühlen kann. Sobald ich dann Zeit habe, gehe ich für rund zehn Minute auf die Yogamatte – danach spüre ich deutlich, wie mein Kopf freier geworden ist.

Schaut doch mal bei euch nach, wann ihr Kopfschmerzen bekommt? Könnt ihr auch ein solches Muster erkennen? Mit Sicherheit ist das so! Weil Fakt ist: Kopfschmerzen kommen nicht ohne Grund. Sie wollen euch immer etwas sagen.

Hier ist meine Top 3 an Yoga-Übungen, die mir helfen, meine Kopfschmerzen zu lindern – und hoffentlich auch euch:

Fisch, passiv

Für die passive Variante des Fischs legst du dich auf den Rücken und bringst die Fußsohlen zueinander, so dass die Knie nach außen sinken können. Platziere unter deine Brustwirbelsäule einen Yoga-Block oder ein eingerolltes Handtuch und lege deinen Kopf so ab, wie es sich für dich gut anfühlt. Die Position sollte dir im Ganzen angenehm sein und du hast idealerweise das Gefühl, dass sich dein gesamter Brustkorb öffnen kann und sich deine Schulterblätter um den Block schmiegen. Falls es dir unangenehm im Hals/Nacken ist, platziere einfach einen zweiten Block oder Handtuch unter deinen Hinterkopf.

Fisch

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Faszien-Stretch

Ausgangsposition ist die Bauchlage. Für die erste Seite lege deine rechte Wange an Boden ab und klappe deinen linken Unterschenkel zur Decke. Der linke Oberschenkel bleibt zunächst am Boden. Den rechten Arm beugst du leicht auf Schulter-/Kopfhöhe, die linke Hand platzierst du neben der Brust am Boden, dabei ist der Arm angewinkelt. Um deine Faszienbahnen in eine Streckung zu bringen, stell dir vor, jemand zieht dein linkes Bein rücklings auf deine rechte Körperseite, also umgangssprachlich gesagt, nach hinten. Versuche dabei in eine Bogenspannung zu kommen und das Brustbein möglichst als letztes Glied der Kette vom Boden anzuheben. Die selbe Bewegung führe dann analog für die zweite Seite aus.

Panther

 

Panther und Variante 

Für den Panther kommst du zunächst in den 4-Füßler-Stand und wanderst mit deinen Händen von dort aus ca. zwei bis drei Hand breit nach vorn. Öffne deine Arme Matten weit und schiebe dein Steißbein weg von deine Händen nach hinten oben - ohne die Position der Hände zu lösen. Die Arme sollen sich so lang strecken, bis die Ellbogen in der Luft sind. Je nach Konstitution, kannst du entweder deine Stirn, dein Kinn oder dein Brustbein am Boden ablegen.

Panther

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Für eine Variante des Panthers stelle deinen rechten Unterarm auf, so dass nur der linke Arm gestreckt ist. Lass deine Atmung ganz bewusst in deinen linken Brustkorb und in deine linke Achsel fließen.

 

Panther_1

 

Mein Tipp: Bleibe in allen drei Positionen, so lange es sich für dich angenehm anfühlt. Lass deine Atmung genau an die Stellen deines Körpers fließen, die sich für dich verspannt und zu kurz anfühlen oder vielleicht sogar schmerzen.

Ich wünsche euch alles, alles Gute. Würde mich riesig freuen, wenn ich euch inspirieren konnte und sende euch liebe Grüße aus der Eifel!

Alex

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