Alex

Alex

19. Oktober 2016

Es muss nicht immer ein Dauerlauf sein...

Die Ergebnisse meines „10.000 Schritte am Tag“ Experimentes

Vor einigen Monaten fragte mich eine Yoga-Schülerin, was ich denn von einem Fitnessarmband halten würde. Ich muss zugeben: Ich habe damals gedacht "so etwas braucht kein Mensch".

Nennen wir es eine Weiterentwicklung meines persönlichen Horizontes oder vielleicht einfach nur Neugier – wie auch immer. Fakt ist: Seit drei Wochen trage ich selbst ein solches Armband und bin schon ein wenig süchtig - wie ich zugeben muss.

Am meisten hat es mir die Schrittzähler-Funktion angetan und die war auch zugegebenermaßen der eigentliche Grund, warum ich die Investition getätigt habe. Meine liebe Nachbarin zählt schon seit Monaten fleißig Schritte und ich war insgeheim total neugierig, ob ich wohl auch auf die berühmten 10.000 Schritte pro Tage kommen würde. Dass ich bei drei Katzen, einem Hund, zwei Ponys und meinen täglichen Yoga-Klassen schon seit längerem keinen Drang mehr zum täglichen Joggen verspürte, schürte zudem den Wunsch, mal zu protokollieren, wie viel Bewegung denn mein „bewegter“ Alltag schwarz auf weiß oder besser gesagt auf der App so zum Vorschein brachte.

Stretch it out

Und was soll ich euch sagen: Der erste Tag war wirklich ernüchternd. Hab ich doch insgeheim immer gedacht, die 10.000 Schritte schaffe ich mit links, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Mein sportlicher Ehrgeiz war geweckt. Einmal ertappte ich mich dabei, dass ich vor meiner Yoga Klasse extra noch ein paar Mal die Treppe hoch und runter ging. Die täglichen Spazierrunden mit meinem Hund dürfen seit neuestem auch gern noch etwas länger ausfallen. Aber so richtig schmunzeln musste ich über mich, als ich ohne Murren zwei Straßen weiter geparkt habe, nur um auf dem Weg zu meinem Kursraum noch ein paar Schritte zu sammeln. Wer mich von früher kennt, der weiß, dass ich zu Zeiten, als ich noch Mittel- und Langstrecke gelaufen bin, jeden und wirklich jeden nicht den Trainingszwecken dienlichen Meter mit dem Auto gefahren bin. Die Zeiten sind jetzt vorbei!

Ihr seht, ich hatte und habe Spaß beim Schritte zählen, aber ich will auch mal den ernsten Nutzen, von dem ich mich wirklich überzeugt habe, herausstellen.

Warum ist es so sinnvoll, rund 10.000 Schritte am Tag zu gehen?

Es ist leider so, dass wir die meiste Zeit unseres Tages im Sitzen verbringen. Durchschnittlich gehen Menschen pro Tag etwa 4.000 bis 5.000 Schritte – wie es die Aktion „10.000 Schritte am Tag“ herausstellt. Vor allem Menschen mit Schreibtischjobs bekommen in der Regel zu wenig Bewegung. Tägliche Bewegung stärkt unsere Gesundheit, sorgt für eine bessere Durchblutung der Organe, auch des Gehirns, trainiert den Stoffwechsel und die Gefäße, steigert das Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem. Und auch der Kalorienbilanz tun die täglichen Schritte natürlich gut. Die Angabe 10.000 Schritte ist natürlich lediglich eine Größenordnung. Also habt kein schlechtes Gewissen, wenn es mal weniger sind. Es kommt vielmehr darauf an, sich wieder bewusster zu bewegen.

Just go

Und wie lautet mein ganz persönliches Fazit?

Neben der gesundheitlichen Vorteile hat sich vor allem in meinem Kopf einiges verändert. 15 Jahre nahezu tägliches Lauftraining haben in mir die Vorstellung gefestigt, dass Gehen weniger wert ist als Laufen. Klar kann ich mit 10.000 Schritten pro Tag keine Bestzeit über 10 Kilometer aufstellen. Aber es kommt ja auf die Zielstellung an. Meine lautet schon seit einigen Jahre: Ich möchte Gesundheit und ganz viel Lebensenergie, die ich tagtäglich spüren kann. Ich hatte dennoch latent immer ein schlechtes Gewissen und mein Kopf sagte mir aus Gewohnheit, du musst laufen, um dich gut zu fühlen. Doch wenn ich gelaufen bin, war ich nicht selten müde – keine Spur von der gewünschten Energie. Durch das Schritte zählen habe ich ein neues Bewusstsein für mein tägliches Bewegungspensum bekommen. Und ich habe gespürt, dass mir in der momentanen Phase meines Lebens ein Spaziergang nachhaltig mehr Energie schenkt als ein Dauerlauf, den ich aus Gewohnheit oder „schlechtem Gewissen“ noch irgendwo in meinen Tagesablauf reinquetschen.

Ich sende euch bewegte Grüße aus der Eifel!

Alex

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