Susann

Susann

25. März 2013

Workout? Nein, Rollout!

Nachgedacht über diese Trainingsrollen wie die Blackroll oder die Manduka beLong Body-Rolle habe ich schon länger, denn schließlich wird momentan viel und oft über sie berichtet, ob in Trainingsvideos oder in Zeitschriften-Artikeln. Inspiriert hat mich Bee, die sie in höchsten Tönen lobte und für Rücken-Workouts empfahl. Und Bees Lob und Empfehlungen vertraue ich. Dennoch – anfangs war ich ein klein wenig unsicher, ob sich die Rollen auch praktisch in einem Kurs einsetzen lässt. Oder doch nur im Personal Training? Und ob das viel beschriebene „Wohlweh“, das die Massagen mit der Blackroll verursachen, in einem Kurs nicht demotivierend und frustrierend wirken kann. Und schließlich, ob das Rollout nicht zu umständlich im Kurs sein kann und die Dynamik aus der Stunde nimmt. Fragen über Fragen – und all diese Überlegungen für eine kleine, leichte, schwarze/grüne/graue Rolle.

Ein weiterer, starker Motivationsschub, Rollen'training' dann doch im Kurs einzusetzen, war für mich eine super spannende und aktive Fortbildung bei Gunda Slomka zum Thema „Bewegter Rücken“. Hier ging es vor allem darum, wie die Faszien – die Bindegewebestrukturen im Körper – im Training zielgerichtet angesprochen und durch wohldosierte Bewegung (und natürlich auch Massage) geschmeidig gemacht werden, denn nur ein flexibles Bindegewebe unterstützt uns in allen Bewegungen. Wie wichtig die Faszien im Training sind, war mir vorher nur ansatzweise klar. Faszination Faszien…. Aber mehr dazu in einem späteren Beitrag!

Einige Tage später: Als das große Paket mit den 10 Rollen und Bees Übungsanleitungen per Post eintraf, war ich unglaublich gespannt und probierte erst einmal in aller Seelenruhe die Übungen für mich aus. Oh ja, das Wohlweh… Als Läuferin ist es für mich die Wade, aber auch die Oberschenkel-Außenseite, die mich erst mal zusammenzucken lässt. Autsch! Und hinzu kommt: Faszien lassen sich leider nicht im Express-Hauruck-Verfahren trainieren. Geduld, Ruhe und nochmals Geduld ist gefragt!

Der erste Kurs mit der Rolle: Kurze theoretische Einführung, dann geht’s auch schon los mit den Rollouts. Vier Muskelgruppen massieren wir mit je ca. 12 bis 15 Hin- und Her-Roll-Bewegungen. Skeptische Blicke, vorsichtiges Herantasten, erste „Ohs“ und „Ahs“. Damit es aber Spaß macht und nicht zum nervigen „Zwang“ wird, belasse ich es in der ersten Einheit bei 10 Minuten Rollout.

Eine Woche später: Die Blicke sind bei weitem nicht mehr so skeptisch, das Rollout funktioniert schon besser. Zwei Muskelgruppen werden massiert, und dann starten wir mit einer Stabilisierungsübung: Wir gehen in die Liegestütz-Position, haben die Hände auf der Blackroll, spannen die Bauchmuskulatur kräftig an und halten, halten, halten. Anstrengend, aber effizient. Weiter geht es mit dem Bridging, bei dem wir die Füße auf die Rolle setzen und zur Steigerung der Intensität auch die Arme vom Boden lösen, in Richtung Decke strecken, Handinnenflächen zeigen zueinander. Auch das erfordert Konzentration und Anspannung der Muskulatur, ist aber ein super Core-Training.

Fazit nach zwei Kurseinheiten: Allein weil die Rolle zwei Funktionen (Massage mit Fokus auf dem Bindegewebe UND Werkzeug für Stabilisierungsübungen beim Core-Training) hat, ist sie super für kleine, feste Kurse, bei denen die Teilnehmer/-innen motiviert dabei sind – und vielleicht sogar auch zuhause üben möchten. Etwas theoretischer Input muss vorweg sein, denn wer möchte schon das „Wohlweh“ bei der Massage erleiden, ohne den Trost zu haben, wie gut es für die Faszien ist?!

Also, es geht fröhlich weiter mit dem Rollout…

Eure Susann

(Fotos: Bee auf Zypern bei ihrem morgendlichen Rollout)

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