Vera

Vera

05. März 2013

Hot - hotter - Bikram

 

Es war in München, als ich Bikram Yoga zum ersten Mal kennenlernte. Yoga bei knapp 40 Grad Raumtemperatur war damals noch ziemlich neu, klang aber so interessant, dass ich es voller Neugierde ausprobierte. Seither sind vier Jahre vergangen und es treibt mich immer noch in den Hot Room, auch wenn die Regelmäßigkeit während der Jahre nicht immer gegeben war. Aber seit auch hier in Wien unmittelbar in meiner Nähe ein Bikram Studio eröffnet hat, gibt es keine Ausrede mehr, von wegen Anfahrtsweg, keine Zeit und so ;-). Deshalb bemühe ich mich, zumindest einmal pro Woche in den heißen Räumlichkeiten zu yogieren. Immer gelingt es zwar nicht, was zum größten Teil meinem Job geschuldet ist, aber mit Hilfe einer Freundin und alten Studienkollegin finde ich langsam wieder zu einer Regelmäßigkeit, denn wenn man verabredet ist, dann kommt wirklich nur in absoluten Notfällen die Arbeit dazwischen.

Und so schwitze ich regelmäßig vor mich hin, freue mich über die Fortschritte, die ich mache. Obwohl es die immer gleichen 26 Körper- und zwei Atemübungen sind, ist keine Klasse gleich. Die Karten werden immer wieder neu gemischt. Mal kommt es einem viel heißer vor, mal ist der Raum sehr voll, mal steht man vorne am Spiegel, mal ist nur noch ein Platz in der hintersten Reihe frei, mal hat man einen guten Tag, mal muss man sich regelrecht durch die 90 Minuten durchkämpfen. Eines steht aber immer bereits zum Klassenbeginn fest: fad wird es nicht.

Da ich eine Anhängerin von sportlichen Yoga-Stilen bin, kommt mir die Übungsabfolge aus dem Hatha-Yoga sehr entgegen. Wer Bikram praktiziert, der will nicht nur Körper und Geist in Einklang bringen, sondern definitiv seinen Körper fordern. In meinem Fall sehe ich Hot Yoga als einen Ausgleich zu meinen anderen Sportarten. Außerdem mag ich es, in die Welt des Hot Rooms einzutauchen und es zumindest zu versuchen, meine Arbeit und Gedanken draußen zu lassen. Ich schlüpfe in meine bequemen, hauchdünnen Onzies, fülle meine Wasserflasche, rolle die Matte aus, lege mein Mat Towel drauf und fokussiere mich auf meinen Atem, meinen Körper.

 

Ich wärme mich mit der ersten Tiefenatmen-Übung auf, biege meine Wirbelsäule zu einem halben Mond, gehe in die Kniebeuge, mache Zehenstände, bin ein Adler, ein Bogen, eine Waage, ein Dreieck, ein Baum, eine Kobra, eine Heuschrecke, eine Schildkröte, ein Kamel, ein Kaninchen... bis die Klasse mit der Feueratmung abgeschlossen wird.

Ich genieße die ersten Atemzüge danach, bin angenehm erschöpft, vollkommen durchgeschwitzt, aber absolut zufrieden und entstresst. Als Belohnung gibt es heißen Tee. Dann die sehr willkommene Dusche. Ich packe meine Sachen zusammen und fühle mich gut. Schön durchgestretcht, angenehm müde. Und mit dem Vorsatz, es ab nun wirklich mindestens einmal pro Woche zu schaffen, eine Klasse zu besuchen – komme, was wolle.

and was tagged with Auftanken, Motivation, Yoga

Download als PDF