Vera

Vera

23. Oktober 2014

Ganzheitliches Training – Vielfalt & Abwechslung für Körper & Geist

Es ist bald November. Derzeit herrscht für viele Off Season, das ist jene Zeit im Jahr, in der die Regeneration im Vordergrund steht. Es gibt endlich Zeit für Abwechslung zu den sonstigen Hauptsportarten während der Saison.

Als Trainerin weiß ich, wie wichtig sportartspezifisches Training ist. Allerdings bin ich dennoch bereits auch „unterm Jahr“ für mehr Abwechslung. Die meisten von uns sind nämlich keine Profis, d.h. wir können uns den Luxus erlauben, in unserer meist knapp bemessenen Freizeit nicht nur eine Bewegungsform besonders oft und gut auszuüben, sondern auch oft und viel nach links und rechts zu schauen, auch wenn der Fokus gerne auf einer gewissen Auswahl bleiben darf. Ich bin auch deshalb für Vielfalt, weil es uns nicht nur unser Körper dankt, sondern auch unser Geist.

Für mich besteht eine gesunde Basis außerdem nicht allein aus abwechslungsreichem Training, sondern auch individuell stimmiger Ernährung, einer guten Einstellung und regelmäßiger Entspannung. Denken wir ans Training: immer nur ein und dieselbe Sportart können Körper wie Geist zermürben. Außerdem tut Ausdauersportlern auch Krafttraining gut, Koordinationstraining kann auch jeder von uns brauchen, Geschmeidigkeit und Beweglichkeit ebenso und Schnelligkeitstraining wäre auch kein Fehler. Es ist der Mix, der es macht. Auch für die „Hauptsportart“, nicht nur in Sachen Leistung. Denn auch unser Geist freut sich, wenn er immer wieder mal etwas Neues ausprobieren und erleben darf. Deshalb dürfen „meine“ Radfahrer auch ein bisschen laufen, damit sie nicht nur sitzen, funktionelles Krafttraining absolvieren und anderes Neues ausprobieren. Läufern und Triathleten bringe ich gerne Yoga und Pilates nahe. Gesundheitssportler lernen, nicht nur locker und gemütlich unterwegs zu sein, sondern auch mal Gas zu geben. Und bisher laut eigenen Angaben „vollkommen Unsportliche“ erfahren beim Personal Training am eigenen Leib, dass sie viel mehr leisten können als sie sich selbst zu getraut hätten. Bewegung macht frei und stark.

1 Training Collage


Der nächste Baustein ist die passende Ernährung. Und diese ist mittlerweile bereits für viele eine Ersatzreligion geworden. Oder ein Trostpflaster, wenn Stress und Hindernisse, Sorgen und Rückschläge aufkreuzen. Aber wie wäre es, wenn wir Essen einfach als das ansehen würden, was es ist: ein Energielieferant. Die Frage würde dann lauten: was liefert mir richtig gute Energie, damit ich mit fit und agil fühle und Bäume ausreißen kann? Nach dieser Definition hätten Lebensmittel, die uns träge, schlapp und müde machen keine Chance mehr oder würden nur dann zum Einsatz kommen, wenn wir es uns leisten können und wollen, keine Power zu haben. Mein persönliches Prinzip lautet im Alltag 80:20, denn so habe ich noch genug Raum für Süßes & andere Ausnahmen. Denn glaubt mir, ich liebe guten Kuchen auch . Aber ich weiß auch, wie gut ich mich fühle, wenn ich mich für mich passend ernähre. Das kann vollkommen anders aussehen als bei jemandem anderen, Ernährung ist höchst individuell. Finde deshalb deinen Weg, führe für eine Woche ein Ernährungstagebuch und frag dich nach jeder Mahlzeit: wie fühle ich mich? Tun mir diese Lebensmittel wirklich gut? (An dieser Stelle noch ein Tipp in Bezug auf Nahrungsmittelintoleranzen: bedenke, dass Auswirkungen bis zu 72h nach dem Verzehr auftreten können!)

2 Ernährung Collage

Aber es geht nicht nur um Training und Ernährung, es geht auch um die Einstellung und das Mindset. Wie stehe ich zu mir selbst? Wie sehe ich die Welt? Wofür bin ich dankbar? Ich bin eine große Freundin der Meditation, ebenso wie täglicher Dankbarkeitsrituale. Deshalb finden sich in meinen Trainingskonzepten nicht nur körperliches Training, sondern auch Techniken wie diese wieder. Und das hat einen einfachen Grund: es funktioniert und zwar bei jedem. Es macht das Leben einfach besser. Der einzige Knackpunkt: man muss dran bleiben (und das ist zugegebenermaßen eine ziemlich harte Nuss). Aber ich bin der Überzeugung, dass unsere innere Haltung mindestens genauso wichtig ist, wie das körperliche Training, wenn es um unsere Gesundheit geht, deshalb lohnt es sich diese Nuss zu knacken. Ebenso wichtig ist die Atmung. Wie viele von uns verfallen täglich in eine Stressatmung, atmen flach, halten unbewusst die Luft an? Wir haben verlernt, unseren Atem fließen zu lassen, tief in den Bauch zu atmen. Ja, wir haben verlernt diese Kraft der richtigen Atmung, gerade zur Beruhigung und Entspannung zu begreifen und zu nutzen. Um diese Fähigkeit wieder zu entdecken, hilft u.a. Yoga sehr gut weiter. Auch Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung entspannen nachhaltig (hierfür sind übrigens die Cds von Minddrop sehr empfehlenswert). Weitere Möglichkeiten zum Relaxen wären außerdem schnurrende Katzen zu streicheln, mit dem Hund durch den Wald zu spazieren, zu stricken, ein heißes Bad zu nehmen, Tee zu trinken oder sich eine gute Massage zu gönnen. Egal was einem selbst gut tut, Hauptsache macht auch auf dieser Ebene etwas für sich und zwar am besten täglich.

3 Entspannung Collage

Und weil ich weiß, dass nun womöglich ein Gedanke im Raum steht, der gerne als Killer-Argument eingesetzt wird, möchte ich zum Abschluss auf eben diesen eingehen: Ja, ich weiß, wir haben alle keine Zeit. Die Sache ist allerdings die: man hat prinzipiell keine Zeit, man nimmt sie sich. Und damit solltest du unbedingt noch heute anfangen. Auf allen Ebenen.

Alles Liebe,
Vera


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