Maren

Maren

08. May 2014

108 Sonnengrüße rocken

Als ich das erste Mal von 108 Sonnengrüßen gehört habe, war ich sehr neugierig darauf, aber auch voller Respekt vor dieser Praxis. 108. Das ist schon eine Menge. In einer „normalen“ Yogastunde macht man vielleicht 8 Sonnengrüße – mal mehr, mal weniger. Und diese meist mit Variationen.

Ich selbst bin großer Fan davon zu variieren und Abwechslung in die Praxis zu bringen. Wenn ich mich für mich selbst praktiziere, mache ich selten einfach nur einen Sonnengruß nach dem Anderen, sondern baue ganz natürlich verschiedene Positionen ein. Seitdem ich letztes Jahr zu Ostern zufällig dazu kam, nun endlich mal die 108 Sonnengrüße zu praktizieren (die Lehrerin hatte uns nicht vorgewarnt, sondern uns in einer normalen Stunde damit überrascht!), bin ich total begeistert davon!

Um das Jahr 2013 abzuschließen habe ich dann während eines Retreats nochmal 108 Sonnengrüße gerockt und „musste“ es dann auch direkt unterrichten. Es ist eine sehr kraftvolle Praxis: nach ein paar Runden bist Du im Flow, lässt Dich von Deinem eigenen Atem und dem Atem der Gruppe tragen und genießt es einfach immer weiter zu fließen.

108 Streichhölzer, die vor der Matte liegen und nach jeder Runde in eine Schale gelegt werden, helfen beim zählen und bei der Orientierung, wie viele Runden man noch vor sich hat.

Zugegeben: nach den ersten 20 Runden kommt es einem noch endlos viel vor, aber dieses Gefühl weicht nach ein paar weiteren Runden wieder dem Hochgefühl des Flows. Du genießt es, nicht nachdenken zu müssen. Einfach nur zu atmen und weiter zu fließen.

 

Warum eigentlich 108?

Die Zahl 108 gilt im Yoga, sowie in verschiedenen Traditionen auf der ganzen Welt, als heilig. Sie repräsentiert die Gesamtheit der Existenz. Viele traditionelle Yogaschriften sind in 108 Kapitel unterteilt (wie die Veden, die Upanishaden etc.), die Götter haben 108 Namen und auch die Mala (Gebetskette) hat 108 Perlen. Auch mathematisch und physikalisch hat die 108 eine besondere Bedeutung...aber das führt hier zu weit und interessiert mich ehrlich gesagt auch gar nicht so sehr.

Was mich interessiert ist die Erfahrung, das Erleben und das Gefühl während und nach der Praxis von 108 Sonnengrüßen. Alle Teilnehmer atmen und bewegen sich synchron, werden eins, gehen durch viele verschiedene Emotionen: von Freude bis Angst, von „ich schaff' das nicht“ bis „ich will nie wieder aufhören“...Du gehst sowohl körperlich als auch geistig an Deine Grenzen und fühlst Dich anschließend sehr viel leichter, freier und gestärkt zugleich.

MAREN108

Foto-Design: QuoteMi Art by Mischa 

 

PRAKTISCHE TIPPS:

♥ Wähle Deine persönliche Sonnengruß-Variante: Du musst nicht alle 108 Sonnengrüße durch „Chaturanga“ und von hier aus weiter in den „nach-oben-schauenden Hund“ fließen. Du kannst stattdessen auch die Knie, Dein Brustbein und Kinn am Boden ablegen und so in die Kobra kommen. Oder Du wählst die Variante „Katze-Kuh“ (und schonst somit Deine Armmuskeln).

♥ Eine Position = Ein Atemzug! Auch im „Nach-unten-schauenden-Hund“ nicht mehrere Atemzüge verweilen. Der Flow entsteht durch die kontinuierliche Bewegung synchron zur Atmung.

♥ Teil' Dir Deine Kräfte ein: Starte sanft, bleib' immer bei Deinem eigenen Atem und dem Atem der Gruppe. Lass Dich tragen, beobachte Dich genau und gib' nicht gleich alles. Genieß' jede Runde und finde Deinen Rhythmus. Wenn Du einmal im Rhythmus bist, kann Dich nichts mehr stoppen.

♥ Tu' Dir nach der Praxis etwas Gutes: mach noch ein paar Positionen im Sitzen oder Liegen, die Dir jetzt gut tun und gönn Dir auf jeden Fall ein ausgedehntes „Shavasana“. Trink' ausreichend Wasser. Ich empfehle auch immer Magnesium einzunehmen und evtl. ein Bad zu nehmen oder am nächsten Tag in die Sauna zu gehen. Somit hält sich der Muskelkater (der meist zwei Tage später einsetzt) in Grenzen.

♥ Praktiziere in einer Gruppe: sie stärkt und motiviert Dich weiter zu machen, wenn Du denkst, es geht nicht mehr. Und es macht einfach viel mehr Spaß!

♥ Es ist sehr schön, die 108 Runden in 4 Teile aufzuteilen (à je 27 Runden) und sie zu widmen: Teil 1 praktizierst Du für Dich selbst und Deine eigene Transformation. Teil 2 praktizierst Du für Freunde, Familie und besondere Menschen in Deinem Leben. Teil 3 widmest Du unserer Erde. Teil 4 ist eine Widmung für das „Höhere“.

♥ Mein letzter Tipp: unbedingt gut sitzende & bequeme Yogaklamotten tragen, so dass Du zwischendurch nicht Dein T-Shirt oder Deine Leggins zurecht zupfen musst.

 

Viel Freude bei der Praxis!
Trau' Dich und genieß' es...

Viele Sonnengrüße aus Beelefeld,
Maren

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